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specht der wocheMehr Gedenken

Christian Specht, 50, ist politisch engagiert und unter anderem Mitglied im Behindertenbeirat in Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg sowie im Vorstand der Lebenshilfe. Er hat ein Büro in der taz und zeichnet. Wenn er es zulässt, zeigt die taz sein Bild

Ich habe wieder einmal ein Haus gezeichnet, eines, das ich schon oft im Berliner Bezirk Wedding besucht habe. Es ist die Begegnungsstätte Dohnagestell im Volkspark Rehberge. Bevor es von der Lebenshilfe genutzt wurde, war es das Haus der Jugend. Das klingt erst einmal gar nicht so spektakulär, dabei hat es eine ziemlich interessante Geschichte zu erzählen. 1937 wurde es ursprünglich für die Hitlerjugend gebaut und ist bis heute eigentlich unverändert erhalten geblieben. Es ist so eine Art Musterheim der damaligen Heimatschutzarchitektur.

Seit über 14 Jahren wird es schon nicht mehr als Haus der Jugend, sondern von der Lebenshilfe genutzt. Die Zeit, in der Nationalsozialisten die Einrichtung nutzten, liegt natürlich noch länger zurück. Ohne eine umständliche Recherche wüsste jedoch keiner davon. Denn nirgends findet man eine Gedenktafel. Keine Anzeige, kein Schild, nichts. Dass man sich selber um sein geschichtliches Wissen kümmern muss, ist ja klar, aber es sollte nicht so schwer sein, nicht bei solchen gesellschaftlich wichtigen Themen.

Denn es ist so wichtig, dass wir uns mit diesen dunklen Phasen unserer Geschichte auseinandersetzen. Wir haben doch die Aufgabe und die Möglichkeit, das Hitlerregime immer wieder zu thematisieren. Das passiert ja auch, an zahlreichen Orten befinden sich Gedenktafeln und Stolpersteine. Darüber hinaus ist es meiner Ansicht nach sehr wichtig, kulturelle Arbeit zu leisten. Das hat doch auch Potenzial! Ausstellungen, Themenabende, das alles wäre möglich. Und wäre auch interessant und wichtig für die Lebenshilfe. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Hitlerjugend gegen Behinderte war. Protokoll: Aron Boks

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