schluss mit gemütlich #4: Um Vertrautes trauern
In seinem Buch „Verlust“ formulierte Andreas Reckwitz eine bislang übersehene Perspektive linker Politikvorstellungen: dass allen Fortschritten der Moderne auch immer eingeschrieben ist, das Vertraute hinter sich lassen zu müssen. Der Soziologe sagt eben, dass es ein Fehler war, nicht wenigstens ein bisschen zu trauern, wenn eine gewohnte Technik nichts mehr gilt. Etwa die vinylene Schallplatte, die von der CD abgelöst wurde, die wiederum von der MP3-Datei ersetzt wurde, die usf. Lasst uns also trauern um die papierne taz werktags – und loben die wochentaz als Trost umso mehr.
Foto: privat
Jan Feddersen, Redakteur für besondere Aufgaben und diese Seite. Kuratiert das taz lab und die taz Talks. Seit 1996 bei der taz in Berlin.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen