rezensionen: Gewürdigter Coco
Der Sertão, das trockene und arme Hinterland im Nordosten Brasiliens, ist ein Landstrich voller Mythen. Auch die Volksmusik Brasiliens wurde von der Region entscheidend beeinflusst. Von hier stammen Rhythmen wie Baião und Forró – und der weniger bekannte Coco, auch Samba de Coco genannt. Typisch für den Coco ist das rhythmische „Aufstampfen“ mit Holzsandalen, was den von Pífano-Flöten, Pandeiros und tiefen Trommeln getragene Call-and-Response-Songs eine besondere perkussive Note verleiht. Der im 19. Jahrhundert entstandene Tanz-/Musikstil Coco war lange gesellschaftlich verpönt, seine Interpret:innen lebten oft in Armut. DJ Tahira, Kenner der afro-indigen geprägten Musik Brasiliens, hat sich nun zusammen mit seinem Londoner Kollegen Tim Garcia der Aufgabe angenommen, den Coco zu würdigen: mit der Compilation „Brasil Novo“ und acht mit Bedacht ausgesuchten und sparsam instrumentierten Titeln. (ole)
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