: revolte in peru
Militärs vs. Fujimori
Gegen halb fünf Uhr am Sonntagmorgen marschierte ein Trupp von 50 Soldaten in die in Südperu gelegene Minenstadt Topquepala ein, versorgte sich mit Lastwagen und Bussen aus den Minen und verließ die Stadt wieder – mit einem Zivilisten und dem örtlichen Garnisonschef als Geiseln. Danach machten sich die Aufständischen auf den Weg in Richtung der Stadt Puno, nahe der peruanisch-bolivianischen Grenze – eine schwer zugängliche Gegend, aber mit vielen Kasernen. Zuvor schickten die Soldaten ein Fax an die peruanische Öffentlichkeit. Darin forderte ihr Anführer, Oberleutnant Ollanta Moisés Humala Tasso, den Rücktritt von Präsident Alberto Fujimori. „Die Macht der Verbrecher wird von uns nicht anerkannt“, heißt es in der Erklärung. Humala will erst aufgeben, schreibt er, „wenn es einen wahren und vom Volk gewählten Präsidenten gibt“. Humala und seine Soldaten gehören zu einem Luftabwehrbataillon, das 860 Kilometer südöstlich von Lima stationiert ist.
Fujimori hat sich zurückgezogen, wie immer in Krisensituationen. Der Präsident sagt nichts. Die Leitung der Streitkräfte verurteilte den „schweren Disziplinverstoß“ und kündigte an, alles zu unternehmen, um den Aufstand so schnell wie möglich niederzuschlagen. MAL
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