reality-krimi: Die Mörder finden
In „Celebrity Traitors“ müssen 2 Verräter 19 Loyale töten, ohne sich erwischen zu lassen
Foto: PA Images/picture alliance
Zur Schulzeit hieß es „Mord in Palermo“. In Berlin sagten alle „Werwolf“ dazu. Im deutschen Fernsehen sind es „Die Verräter“ und in England „Traitors“. Die neuste Staffel „Celebrity Traitors“ im BBC zeigt schon nach den ersten Folgen, wie ein Format, das man in der ein oder anderen Form in der Schule spielte, auch unter Erwachsenen funktioniert und dabei, Intrigen, Misstrauen, manchmal sogar Tränen auslöst.
Das Spiel geht so: Zu Beginn versammeln sich alle 21 Spieler_innen an einem Tisch und verbinden ihre Augen. Die Moderatorin, Claudia Winkleman, geht im Kreis um sie herum und wählt unter ihnen zwei Verräter, also Traitors, aus. Alle anderen sind Loyale, also Faithfuls.
Die Aufgabe der Traitors wird es in den nächsten zwei Wochen sein, ihre Identität durch ständiges Lügen zu verbergen, nachts eine Person zu „töten“, also zu eliminieren, und nicht verbannt zu werden.
Die Faithfuls müssen herausfinden, wer die Traitors sind. Sie haben jeden Abend die Chance, eine Person nach einer Diskussionsrunde, an der die Traitors auch teilnehmen, zu verbannen – und wählen dabei nicht selten einen Faithful.
Das Ergebnis ist TV-Gold. Das liegt sicher auch an den A-Listers, wie Michael Sheen, Jerry Hall, James Blunt, Bella Ramsey oder Richard E. Grant, die diesmal dabei sind. James Blunt etwa beschert der Sendung eine ihrer absurdesten Szenen: Als potenzielles Mordopfer dieser Nacht gerät er in einem zuvor gefilmten Zwischenschnitt, der ihn sich roboterhaft schrubbend unter der Dusche zeigt. Bella Ramsey ist sehr klug, durchschaut die Machenschaften der Traitors und macht sich damit nicht nur gegenüber den anderen Faithfuls verdächtig, sondern auch als Mordopfer attraktiv.
Und ein Traitor freut sich derart über seine Rolle, dass er seine Identität ausplappert, noch bevor es richtig losgeht. Ob er das wieder rückgängig machen kann?
Auch in Deutschland gibt es die Traitors. Der Promi-Cast – no offense an die Ratiopharm-Zwillinge oder Peyman Amin – kann es nicht ganz mit UK aufnehmen. Und auch dank der Gesamtszenerie, gedreht wird in den schottischen Highlands, und dem britischen Humor, der neben all der Spannung auch für reichlich Komik sorgt, gewinnen die „Traitors“.
Eine interessante Frage fürs Abendessen: Fragen Sie Ihre Tischgesellschaft, ob sie lieber Traitor oder Faithful wären.
Valérie Catil
„Celebrity Traitors UK“, zweite Staffel, neue Folgen donnerstags und freitags im BBC
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