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"Mut zum Experiment beweisen"

■ Jos Weber, Professor für Architektur an der HfbK seit 1966

INTERVIEW

»Mut zum Experiment beweisen«

Jos Weber Professor für Architektur an der HfbK seit 1966

Sie unterstützen die HafenstraßenbewohnerInnen bei ihren Plänen. Warum?

Ich finde, man muß alle Bau-Initiativen, die von den Betroffenen kommen, uneingeschränkt unterstützen, damit nicht alles von der Bürokratie und von der Politik kommt.

Ich schließe daraus, Sie finden, daß das hier zu kurz kommt?

Ja. In Holland ist das anders: Dort sorgt die Mehrheitspartei dafür, daß auch Minoritäten zu ihrem Recht kommen.

Was versprechen Sie sich denn von einer Bürgerbeteiligung, wie die Hafenstraße sie sich wünscht?

Daß den Hamburgern bewußt wird, daß dies zu einer lebendigeren und lebenswerteren Stadt führt. Und ich hoffe auch immer noch, daß die Politiker dann mehr Spielraum für derartige Initiativen schaffen.

Der Senat hat nun aber die Pläne der Hafenstraße abgelehnt und will nicht einmal darüber reden.

Dann muß die Hafenstraße gefälligst mit der Hafenrand GmbH reden. Wenn ich mit dem Papst reden muß, um etwas durchzusetzen, dann muß ich halt mit dem Papst reden. Aber ich hab natürlich leicht reden, weil ich nicht so voll drin stecke wie die Hafenstraßen-Leute. Wenn der Senat sagt, die Hafenrand GmbH soll bauen, dann bin ich bereit, der Hafenrand Pläne vorzulegen.

Und welchen Tip würden Sie dem Senat geben?

Daß die Möglichkeit eröffnet wird, über den Plan der Hafenstraße nochmal gleichberechtigt öffentlich zu diskutieren. Die kreative Haltung und das Angebot zur Mitarbeit aus der Hafenstraße soll man ernst nehmen, auch wenn diese Leute mal Sachen gemacht haben, die vielleicht nicht so in Ordnung sind. Man muß den Mut haben zum Experiment und auch mal dazu, Fehler zu machen. Und da tun die Hamburger sich schwer. Fragen: sako

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