: opus dei
Kirche in der Kirche
Das Opus Dei, gegründet 1928, ist seit 1982 vom Vatikan als „Personalprälatur“ anerkannt – gleichsam als virtuelle Diözese, deren Mitglieder ihrem nach der Wahl sofort zum Bischof geweihten Prälaten zu folgen haben. Heute verfügt das Opus über etwa 85.000 Mitglieder, unter ihnen 2.000 Priester, und ist in etwa 60 Ländern vertreten. Drei Viertel der Opus-Dei-Mitglieder kommen aus Spanien und den spanischsprachigen Ländern Südamerikas; in Deutschland zählt das Opus etwa 600 Personen.
Im Opus geht es streng hierarchisch zu. Auch wenn Frauen etwa 50 Prozent der Mitglieder ausmachen, sind sie in den Schlüsselpositionen des Opus kaum vertreten. Etwa 20 Prozent der Mitglieder sind „Numerarier“, zölibatär und in Opus-Wohngruppen lebende Männer aus akademischen Berufen, die dem Verein ihr ganzes Einkommen abliefern. Ebenfalls zölibatär leben die „Assoziierten“, die aus allen Berufsgruppen stammen können: Auf der untersten Ebene sind die „Supernumerarier“ vertreten, Laien, die auch heiraten dürfen.
Unter Papst Johannes Paul II. gelang dem Opus Dei endgültig der Durchbruch im Vatikan; so ist der Pressesprecher des Papstes, Joaqin Navarro Valls, Opus-Numerarier. Der nächste Papst dürfte mit aller Wahrscheinlichkeit wieder Opus-nah sein: Unter den etwa 120 Kardinälen des nächsten Konklave werden 50 Sympathisanten der Escrivá-Truppe vermutet. MB
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