: neue filme Lovely Rita
D/Österreich 2001, Regie: Jessica Hausner; mit Barbara Osika, Christoph Bauer, Peter Fiala u. a.; 80 Min.
Rita wird lovely genannt, lieblich, aber eigentlich ist sie eine amoralische Figur. Sie bringt ihre Eltern um, und am Ende isst sie Leberkässemmel. Die österreichische Regisseurin Jessica Hausner stellt den Fall eines jungen Mädchens dar, der exemplarisch ist für die beengende Familienatmosphäre, das Kleinbürgerliche, das Wünsche und Emotionen unterdrückt. Das ein Zahnradwerk ist, in dem die Menschen nur funktionieren, nicht aber wirklich leben. Rita wehrt sich gegen diesen Druck, sie bricht aus, sie mordet. Ihr Motiv für den Mord an den Eltern wird ebenso wenig klar wie die Absicht, mit der sie den Nachbarjungen und den Busfahrer verführt. Regisseurin Hausner lässt ihre Heldin bewusst in einem Schwebezustand, verzichtet auf ein eindeutiges Urteil. Ihr Film zeigt eine Realität permanenter Verunsicherung.
fsk, Hackesche Höfe
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