piwik no script img

neuim kino

Es ist eine seltsame Mode des Dokumentarfilms geworden, deutsche und englische Titel wild zu kombinieren. Im Fall von „Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats“ reiben sich die beiden Teile regelrecht aneinander. Um was soll es in dem Dokumentarfilm gehen, fragt man sich, um Väter und Söhne oder darum, wie Kinder unter Islamisten aufwachsen? Werden die Protagonisten dieses Films als Einzelschicksale vorgestellt, oder geht es um ein „System“ von Erziehung? Wird Talal Derkis Doku auf ein „Auch Isis-Kämpfer lieben ihre Kinder“ hinauslaufen oder auf eine Warnung vor der „Brut“, die da heranwächst? Die Antwort lautet: beides. Oder auch: keins von beidem. Denn das wirklich Erstaunliche an der Doku ist am Ende seine Offenheit für Interpretation. Das ist in diesem Fall ein Kompliment und mag erklären, warum der Film unter anderem für den Dokumentarfilm-Oscar nominiert war. Es ist jedenfalls bemerkenswert, wie es dem Regisseur gelungen ist, dass die „Helden“ seiner Dokumentation, der Al-Nusra-Kämpfer Abu Osama und seine vier Söhne im Alter von sechs bis zwölf, ihm sichtlich vertrauen. (bs)

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen