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momentaufnahmenWenn lange Wörter ernste Themen behandeln

Während der Woche der Pressefreiheit stehen wir Ehrenamtlichen der Journalist:innen-Gewerkschaft DJV in der Hamburger Zentralbibliothek, verteilen Flyer und informieren über unseren Beruf. Erstaunlich viele Menschen bleiben stehen. Einige wollen am Glücksrad drehen, andere noch einmal die Coronazeit aufarbeiten.

Einen jungen Mann beschäftigt etwas anderes: Es werde in den Medien viel zu wenig über die Probleme der Jüngeren berichtet, vor allem über jüngere Geflüchtete, sagt er. Er selbst stamme aus Syrien und studiere Medizin, doch selbst in diesem so gesuchten Beruf gebe es inzwischen „Arbeitsplatzverlustangst“.

Hamburg-­Hammerbrook

7.000 Ein­wohner*innen.

Die Zentralbibliothek befindet sich in einem ehemaligen Postamt am Hühnerposten. Heute beherbergt das Gebäude gut 500.000 Bücher und andere Medien.

Ich gebe ihm recht – das Thema sei wichtig. Vor allem aber lobe ich sein Deutsch: Wer solche Wörter kenne, sei reif für Gartenzwerg und Jägerzaun, sage ich. Er stutzt: Ach, das Wort gebe es wirklich? Er habe es sich gerade ausgedacht. Ein Beweis für sein Sprachtalent. Trotzdem stimmt es mich ein bisschen traurig: Wenn schon lange deutsche Wörter, warum dann nicht schöne wie „Erdbeermarmeladeneinmachglas“ oder die gute alte „Willkommenskultur“? Esther Geißlinger