momentaufnahmen: Wenn der Bahnmitarbeiter die Karte zückt
Es ist das Hitzewochenende. Fast 40 Grad auch auf dem Bahnhof in Eberswalde. Nach der Radtour jetzt nur noch hinein in den RE3 nach Berlin.
Auf dem Bahnsteig stehen Mitbewerber, auch sie wollen einen Fahrradplatz ergattern. Auch ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn steht da. Ich frage ihn: Wo genau am Bahnsteig hält der Fahrradwaggon?
Die Antwort: „Fahrradtaschen sind in den Zügen der Deutschen Bahn abzunehmen.“
Ich wiederhole meine Frage. Vielleicht hat er sie falsch verstanden.
Seine Antwort: Er zaubert ein Kärtchen aus der Tasche. Verhaltensregeln für Bahnreisende mit Rad. Dann sagt er es noch einmal in Versalien: „SIND ABZUNEHMEN!“
Ich bedanke mich mit dem Hinweis, dass ein Mitarbeiter der privaten Konkurrenz an seiner Stelle vielleicht gesagt hätte: Der Einstieg ist dort, und sehen Sie mal zu, dass Sie Ihre Radtasche abnehmen, wenn es zu voll ist.
Der Mitarbeiter der Deutschen Bahn sieht mich an, als wäre ich von einem andern Stern.
Eberswalde
41.900 Einwohner*innen.
Bahnhoftechnisch war die Stadt in Brandenburg mal weit vorn: Als eine der ersten Städte Deutschlands erhielt sie eine Eisenbahn, schon sieben Jahre nach der ersten deutschen Linie Nürnberg–Fürth 1835 wurde sie an das Eisenbahnnetz angeschlossen.
Die Pointe?
Pointen gibt es nicht bei diesem Unternehmen. Uwe Rada
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen