momentaufnahmen: Wenn die Auster wichtiger ist als das Pferd
Es riecht nach Crêpes und nassem Rasen. Der Boden ist matschig und gezeichnet von Hufabdrücken. „Der nächste Starter ist André Thieme mit DSP Chakaria“, ertönt es durch die Lautsprecher. Durch das Gewusel hindurch, hinter Pommesbuden und Reitsattel-Verkäufer*innen, erscheint das große Springstadion in Klein Flottbek. Auf dem Springplatz stehen bunte Hindernisse.
Mit gespitzten Ohren und wehendem Schweif trabt ein Pferd in das Stadion. Es ist Chakaria, eine Fuchsstute mit weißer Nase. Sie trägt schwarzes Zaumzeug, die Mähne ist geflochten. Imposant schüttelt die Stute den Kopf, als könnte sie es kaum erwarten, durch den Parcours zu galoppieren. Der Reiter trägt Jackett und Krawatte. Schick. Er grüßt die Richter. Ding. Die Startglocke ertönt und das Pferd fliegt über die Hindernisse, die so hoch sind, dass es sich darunter stellen könnte.
Hamburg-Klein Flottbek
2.800 Einwohner*innen,
liegt in den Elbvororten zwischen Othmarschen und Nienstedten. Im dortigen Reitstadion wird alljährlich das Deutsche Spring- und Dressurderby ausgetragen.
Einige Menschen stehen am Rand, trinken Weißwein und essen Erdbeeren mit Sahne. Musik ertönt, die Runde war fehlerfrei. Ein Mann mit Federhut steht mit dem Rücken zum Springplatz. Er würdigt Reiter und Pferd keines Blickes, schlürft eine Auster und sagt: „Immerhin ist hier das Essen gut.“ Tomke Blohm
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