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momentaufnahmenWenn für Zukunft ohne Partei geworben wird

Es sind so viele, dass der Blick bei der Ortsdurchfahrt trotz Tempo 28 doch mal von Tacho und Vorderreifen hochgeht zu den Plakaten an den Straßenlaternen längs der Hauptstraße im brandenburgischen Saarmund, Durchgangsort einer beliebten Rennradtrainingsrunde südlich von Berlin. Was da ins Auge fällt, sind die Konterfeis zweier Kandidaten für die am 10. Mai anstehende Bürgermeisterwahl der Gemeinde Nuthetal, von der Saarmund ein Ortsteil ist.

Diese beiden Männer kommen unterschiedlich daher, der eine hat einen „Dr.“, der andere nicht, der eine trägt Jackett, der andere T-Shirt. Was sie aber eint: Beide werben mit dem Begriff „parteilos“ für sich. Wo früher auf solchen Plakaten selbst gewählte Attribute wie „verlässlich“, „kompetent“ oder „bürgernah“ für Stimmen sorgen sollten, hat nun offenbar die Dis­tanzierung vom Parteienbetrieb diese Funktion übernommen.

Saarmund

1.999 Ein­wohner*innen.

Der Ortsteil der brandenburgischen Gemeinde Nuthetal kann nicht nur angefahren, sondern auch angeflogen werden. Der dortige Sportflugplatz ist weithin bekannt.

Wobei es ja laut später konsultiertem Internet durchaus einen Parteibewerber gibt: den von der CDU. Die SPD und die Grünen wiederum haben keinen Kandidaten, sie unterstützen beide einen von denen, die mit „parteilos“ für sich werben. Stefan Alberti

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