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momentaufnahmenWenn das Glas Quitten-gelee 5 Euro kostet

Ich gehe nach einem Frühkaffee in meinem Frühkaffeelieblingsladen die Friedensallee entlang, sehe von Weitem eine Gruppe SchülerInnen auf mich zukommen; 12, 13 Jahre alt, plus minus. Eines der Mädchen trägt eine Art Bauchladen vor sich her. „Jetzt bist du dran, Frank“, sage ich zu mir. Und schon stellen sie sich mir in den Weg. „Schulprojekt … dafür Geld sammeln … alles selbst gemacht, wirklich“, listet das Bauchladenmädchen auf.

Ich weiß: Unser Sohn war auf dieser Schule; hat Waffeln für sein Schulprojekt gebacken und verkauft, für Kanus mieten, dann die ­Peene hoch, die Peene wieder runter. Lange her, nicht vergessen. Ich schaue in den Bauchladen: Topflappen, Lesezeichen, noch mehr Topflappen, ein Glas Quittengelee. „Ich nehme das Quittengelee“, sage ich. „Wie viel?“

Hamburg-Ottensen35.000 Ein­-woh­­nerInnen. Die Friedensallee ist eine zentrale Straße. In der Hausnummer 7 sitzt die Filmschule Hamburg Berlin. Hark Bohm und Fatih Akin haben sich hier kennengelernt. Der Film „Amrum“ ist eine schöne Spätfolge.

Die SchülerInnen schauen mich ratlos an, ich bin wohl die Premiere. „Fünf Euro?“, kommt es leise von ganz hinten. „Fünf Euro!“, sagt das Mädchen mit kräftiger Stimme. Ich hole einen Fünfeuroschein hervor, sie ziehen beglückt davon. Nun ist die Heidelbeermarmelade aufgebraucht, gleich werde ich wissen, wie das Schulquittengelee schmeckt. Und wenn nicht, auch in Ordnung. Frank Keil

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