meinungsstark:
Frohe Botschaft
„Die Scheindebatte des Jahres“,
taz vom 3. 8. 26
Die ostdeutschen Ministerpräsidenten brauchen eine sozialpolitische Erfolgsmeldung. Wenn sie die nicht vor den Wahlen bekommen, zum Beispiel in Form einer beschlossenen Härtefallregelung, vermindern sich ihre ohnehin schlechten Wahlchancen. Dass der Artikel auf der ersten Seite dies nicht anspricht, ist für mich genauso verstörend, wie die schroffe Reaktion der Regierungskoalition.
Burkhart Braunbehrens, Ebertsheim
Geschichtsvergessen
„Hauptsache, ein Olympia mit dem Kürzel 36“,
taz vom 1. 8. 26
Olympia 2036 in Berlin – was für ein vermessener und geschichtsvergessener Vorschlag. Ich schlage stattdessen vor: Die Paralympics 2036 finden in Berlin statt. Damit kann Deutschland zeigen, aus den Untaten der Nazizeit gelernt zu haben. Und die Olympiade findet in Warschau oder in Kyjiw statt, mitfinanziert von Deutschland. Als Zeichen der Erinnerung an die einstige Zerstörung durch deutsche Soldaten.
Und das olympische Feuer macht vorher Station in Berlin – und wird dann von Berliner Läufer:innen nach Warschau oder Kyjiw getragen. Mehr Ehre für Berlin wäre vermessen und geschichtsvergessen.
Michael Kannenberg, Heilbronn
Frauen von der Insel
„Die Mentalität der Insel“,
wochentaz vom 1.–7. 8. 26
Ich las den Beitrag des Reisejournalisten sehr aufmerksam, und schnell fiel mir auf, hier fehlt doch etwas – natürlich eine Erinnerung an die weltbekannten Frauen! Asta Nielsen hat es ja wenigstens in den letzten Satz geschafft, aber Gret Palucca war dem Autor neben den üblichen „Verdächtigen“ keine Erwähnung wert! Höchst bedauerlich!! Zumal das Palucca-Haus 2009 von einem Investor abgerissen wurde!
Nun – ich habe Hoffnung, dass dieser sehr besonderen Frau erinnert wird. Mein fast 15-jähriger Enkel aus Potsdam verbrachte gerade einige Ferientage mit Freunden auf der Insel, und als einen der ersten Namen erwähnte er den von Gret Palucca. Große Freude für mich!
Auch kommt ja Ende August der Film „Hiddensee“ in unsere Kinos, und schon im Trailer war zu sehen: Gret Palucca ist unvergessen!
Eleonore Wolf, Neubrandenburg
Wie Treibmüll
„Erst Brandbrief, dann Versöhnung“,
taz vom 5. 8. 26
Christdemokraten, Menschen, die sich auf ein humanistisches, christlich geprägtes Abendland berufen, sprechen über Menschen wie über Treibmüll, der an der Küste angespült wird, und fordern schnellstmögliche Entsorgung. Gleichzeitig sollen die Grenzen dichtgemacht werden, damit das „Heimatland“ nicht mit unerwünschten Menschen (?) überspült wird.
Das Thema fängt aber viel früher, an ganz anderer Stelle an, das, was hier gerade passiert, ist doch die Folge unseres Verhaltens in der Vergangenheit. Wir schließen Menschen in anderen Regionen der Welt von der Teilhabe an einem guten Leben aus; wir betreiben grünen Kolonialismus, beuten Regionen in der Welt auf der Suche nach seltenen Erden, billigen Rohstoffen, Lebensmittel aus aller Welt zu jeder Zeit aus und treiben damit Menschen in prekäre Situationen und in die Flucht und stärken damit Autokraten, die billige, einfache Lösungen versprechen – hier und anderswo.
Wir alle sind nicht ausreichend bereit, zugunsten anderer Menschen Verzicht zu üben und Geflüchtete in unsere Gesellschaft zu integrieren. Alles, was nicht in die Schablone „nationales Erscheinungsbild“ passt, stellt sich als Gefährdung für die Gesellschaft dar und muss eingeschränkt oder sogar bekämpft werden. Wolfgang Schuy
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen