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meinungsstark

Konzessionen

„Plötzlich Krieg“, taz vom 6. 7. 26

Putin hat vorletzte Woche seinem Hofreporter Sarubin ein längeres Interview gegeben, in dem er alle möglichen Dinge abgelehnt hat, immer mit der Begründung, sinngemäß, die Ukrainer wollen das nur, weil die Armee kurz vor dem Zusammenbruch steht, während die russischen Truppen zuverlässig und stetig auf der ganzen Frontlinie vorrücken. Aus dem Interview ergeben sich folgende, von Putin abgelehnte Angebote, die Ukrainer auf diplomatischem Wege übermittelt haben:

1. Waffenstillstand an der gesamten Frontlinie,

2. alternativ Waffenstillstand an der gesamten Frontlinie außer in den Gebieten, die Russland offiziell annektiert hat,

3. gegenseitiger Verzicht auf Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Gegners,

4. alternativ genereller gegenseitiger Verzicht auf Angriffe mit Raketen und Drohnen hoher Reichweite

Alles hat Putin abgelehnt. Dabei nähert sich der Zeitpunkt, zu dem ein Waffenstillstand keine Konzession der russischen Seite mehr wäre, sondern der ukrainischen.

Barbara Falk auf taz.de

Deutsches Misstrauen

Gesundheit!“, wochentaz vom 4. – 10. 7. 26

In Reaktion auf das Vorhaben der Regierung in Bezug auf Krankschreibungsverpflichtung ab dem ersten Tag: In den Niederlanden gibt es gar keine Attestpflicht. Man ruft selbst beim Arbeitgeber an und meldet sich krank. Ärzte dürfen das nicht attestieren, das System basiert auf Vertrauen, entlastet das ganze Gesundheitssystem, und die Fehlzeitenquote ist niedriger als in Deutschland. Der Arzt ist nur dafür da, wenn du medizinische Versorgung brauchst.

Die Idee ist, dass ein Arzt in den meisten Fällen (Kopfschmerzen, Virus) nicht besser als die Person selbst feststellen kann, dass sie krank ist. Es ist nur ein weiterer bürokratischer Schritt, der auf Misstrauen basiert. Das Attest komplett zu streichen, ist sehr kostensparend, patienten- und ärztefreundlich, und die Menschen bleiben nicht öfter zu Hause, ganz im Gegenteil sogar.

Renske Hertroys, Berlin

Bezahlschranken

Was wäre, wenn es keine Paywalls mehr gäbe?“,

taz vom 9. 7. 26

Die taz zeigt mit ihrem freiwilligen Bezahlmodell, dass Journalismus auch ohne klassische Bezahlschranke funktionieren kann. Trotzdem kann ich nachvollziehen, warum viele andere Verlage sich für Paywalls entschieden haben. Guter Journalismus kostet Geld: Recherche, Redaktionen, Technik und Infrastruktur müssen finanziert werden. Eine Abschaffung aller Bezahlschranken wäre deshalb nicht automatisch die beste Lösung. Das eigentliche Problem sehe ich weniger in der Paywall selbst, sondern in ihrer heutigen Umsetzung.

Kein Leser kann sich eine Vielzahl von Monatsabonnements leisten, wenn er sich für verschiedene Themen interessiert und gelegentlich nur einzelne Artikel unterschiedlicher Zeitungen lesen möchte. Am Ende führt das dazu, dass viele Menschen auf interessante Inhalte verzichten oder sich mit weniger zuverlässigen kostenlosen Quellen begnügen. Eine bessere Lösung wäre ein gemeinschaftliches Bezahlsystem, bei dem Leserinnen und Leser einzelne Artikel kaufen oder ein gemeinsames Guthaben nutzen könnten, das anschließend fair zwischen den beteiligten Verlagen verteilt wird.

Horst Meyer, Köln

Demokratische Stimmen

„Aufschlag gegen den Faschismus“,

wochentaz vom 11. – 17. 7. 26

Wir haben diese Seiten mit großem Interesse gelesen, und es stimmt hoffnungsvoll, was die Wahl im Osten angeht! ­Hoffen wir, dass sich die demokratischen Stimmen durch­setzen können!

Roswitha Kretschme, Stuttgart

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