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meinungsstark

Machtlos

Das schlimmste der Gefühle“,

taz vom 7. 6. 26

Ich habe es gerade selbst erlebt, mich so ohnmächtig zu fühlen (als sich zeit ihres Lebens dem Umweltschutz Verschriebene). In unserer kleinen innerstädtischen Straße wurden uns Parkplätze weggenommen und dafür erstens Begrenzungspfähle aufgestellt und zweitens die sowieso schon raren Parkplätze gegen Fahrradständer eingetauscht. Ich fühlte mich „ohnmächtig“. Innerhalb Kiels fahre ich so gut wie überall mit Fahrrad oder auch mal Bus (oder Schiff) hin. Auch, wenn es einmal um die Hörn geht (zur Erklärung: die Kieler Förde, genauer genommen das Ende davon). Allerdings fahre (und fliege) ich im Grunde nie in den Urlaub und kann mir wenig leisten. Meine Arbeitsstelle habe ich mit Monatskarte der Bahn aufgesucht (auch bevor es das D-Ticket gab). Trotzdem möchte ich mir die Freiheit bewahren können, ein Auto zu besitzen. Und zwar, um Besuche machen zu können, wo kein Bus hinfährt, um mal ans Meer zu fahren und an Stellen, an die man sonst nicht hinkommt. Ellen Kako, Kiel

Nutzerverhalten ändern

Minister für kritischeren Umgang mit Social Media“,

taz vom 12. 6. 26

Die Debatte über ein mögliches Verbot von Social Media wird von Anfang an mit Ablenkungsargumenten geführt. Die wahren Argumente dafür, was die vielen toxischen und suchtfördernden Algorithmen und Inhalte angeht, liegen auf der Hand. Denn das eigentliche Problem ist doch ­datenschutztechnischer Natur. Gerade Tiktok, Google, X und alle Produkte von Meta sind bekanntermaßen Techgiganten, vor denen immer wieder gewarnt wird. Da Politik anscheinend kein großes Interesse an einer Änderung der Situation hat, sollten und müssen Verbraucher ihr Nutzerverhalten ändern. Alternativen wären alle da. Viel Hoffnung habe ich diesbezüglich zwar nicht, da ich immer öfter mitbekomme dass sich sogar Alexa und Co ins Haus geholt wird.

Ulrich Herzau, Berlin

Zynismus in der Politik

Fest im Kopf verankert“,

taz vom 17. 6. 26

Menschen, die sich bereits integriert und jahrelang gearbeitet und Sozialbeiträge gezahlt haben, aber nur eine Duldung hatten, werden nachts aus ihrer Wohnung geholt, um in Länder, aus denen sie geflohen sind, abgeschoben zu werden. Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor? Asylbewerber werden in Lagern inhaftiert mit so wohlklingenden Bezeichnungen wie Sekundärmigrationszentren, Verwaltungshaft, Removal ­Centers oder Return Hubs. Fällt es nicht leicht, sich an eine andere Bezeichnung zu erinnern? Asylsuchende aus sogenannten sicheren Herkunftsstaaten wird der Zutritt zur EU erst gar nicht gestattet. Ihre Asylprüfung soll in Lagern außerhalb der EU stattfinden, um den Ruf der Wertegemeinschaft nicht zu beschädigen. Die Pushback-Aktionen von Libyen und Tunesien und deren unmenschliche Behandlung von Flüchtlingen werden mit EU-Geldern finanziert.

Bernd Willenberg, Bergisch Gladbach

Einfache Fahrt

Im Traum die Alpen unterquert“,

taz vom 8. 6. 26

Gerade lese ich die taz digital im Urlaub in Österreich. Auch ich bin hierher mit dem Nachtzug von Hamburg bis Wien gefahren, da ich umweltfreundlich unterwegs sein will. Ich hatte mich wirklich auf die Nachtfahrt gefreut, aber wurde bitter enttäuscht. Alles ist viel zu eng! Mit zwei großen Gepäckstücken bleibt für den Menschen selbst zu wenig Platz. Das Hineinkriechen geht gerade noch. Das Hinauskriechen bildet entschieden eine zu große Anforderung an Senioren, die nicht mehr so beweglich sind wie die Jugend! Ich bin froh, dass ich keine Rückfahrt gebucht habe.

Frauke Kässbohrer, Bad Oldesloe

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