meinungsstark:
Bild der Polizeibeamten verzerrt
„Kritisch bleiben für alle“: Braucht der Journalismus mehr konservative Stimmen? Wer das fordert, bedient die Erzählung der Rechtsextremen von einer „linkslastigen Branche“,
taz vom 30. 4. 26
Der Leser stellt sich die Frage, was falsch daran ist, wenn der RBB damit wirbt, Nachrichten nicht nur für grimmige Demonstrantinnen zu senden, sondern auch für Polizisten mit Helm. Offenbar unterstellt die Kommentatorin allen Polizisten ein Interesse an unkritischer Berichterstattung. Das halte ich aber für fraglich. Das Bild des Polizeibeamten, wie es hier ansatzweise gezeichnet wird, ist somit genauso verzerrt wie die zu Recht kritisch beäugte Kennzeichnung von „linken Chaoten“ durch eine unkritische und parteiische Springer-Presse oder Portale wie Nius. Journalismus soll machtkritisch sein, das unterschreibe ich, aber das reicht nicht. Journalismus hat immer kritisch zu erfolgen, also auch in die Richtung, die sich selbst als Gegenmacht oder sonst wie kritisch definiert. Ich lese die wochentaz, weil sie sich eben auch kritisch zu fragwürdigen Verhaltensweisen „machtkritischer“ Akteure äußert. Sobald sich Presse aber parteiisch definiert, gleich ob rechts, links oder sonst wie orientiert, ist sie nicht mehr kritisch und für ein vernünftiges Publikum irrelevant.
Matthias Müller, Braunschweig
Konservativer Journalismus
„Kritisch bleiben für alle“, taz vom 30. 4. 26
Ich kann dem Beitrag vollumfänglich zustimmen. Nicht nur in der Zeit, auch in anderen Medienhäusern sickert ein vermeintlich „konservativer Journalismus“ immer mehr ein. Dieser zahlt häufig auf das Konto der AfD ein. So neulich in einer regionalen Tageszeitung geschehen, die sich ihre überregionalen Beiträge vom RND liefern lässt. Ich staunte nicht schlecht, als der Politikwissenschaftler Werner Patzelt unter dem Deckmäntelchen der Meinungsvielfalt einen Kommentar abgeben durfte. In einem Leserbrief fragte ich, ob es Unwissenheit war, ihm – der einer Annäherung der CDU an die AfD das Wort redet (Patzelt nennt es ein Beispiel misslungener Staatskunst, wenn sich die CDU von linken Parteien erpressen lässt)–, diese Bühne zu bieten, oder ob es wissentlich geschehen ist. Eine Reaktion erfolgte weder von der Regionalzeitung noch vom RND. Wie Frau Zejneli zu Recht schreibt, „kommt man kaum hinterher, die Scherben [...] demokratiegefährdender Aussagen“ aufzulesen. Wehret den Anfängen!
Dietmar Rehwald, Munster
Abzocke durch Mineralölkonzerne
„Bundesrat stoppt 1.000-Euro-Krisenbonus“,
taz vom 8. 5. 26
Gegen besseres Wissen und den Rat fast sämtlicher Fachleute hat die Bundesregierung eine 12-Uhr-Regelung für Spritpreisänderungen, eine befristete Steuersenkung von 17 Cent für Benzin und Diesel und eine steuerfreie 1.000-Euro-Entlastungsprämie beschlossen. Die 12-Uhr-Regelung und die Steuersenkung erwiesen sich als Rohrkrepierer und führten – wie vorhergesagt – nur zu einer Abzocke durch die Mineralölkonzerne. Und nun hat der Bundesrat auch noch die Entlastungsprämie gekippt. Sogar Markus Söder, der als Parteichef im Koalitionsausschuss in der Villa Borsig noch dafür war, stimmte als Ministerpräsident nun dagegen. Im Februar 2025 sagte Söder über die neue Regierung: „Dies ist tatsächlich die letzte Patrone der Demokratie.“ Und gerade er trägt mit seiner Sowohl-dafür-als-auch-dagegen-Politik maßgeblich zum Niedergang der Demokratie bei. Als Oppositionsführer wollte Friedrich Merz die AfD halbieren. Sie lag damals bei 14 Prozent. Jetzt, nachdem Merz Bundeskanzler ist, liegt sie bei 27 Prozent. Er bezeichnete 2023 Bundeskanzler Scholz als „Klempner der Macht“. Als Bundeskanzler erweist sich Merz nun als Kurpfuscher der Ohnmacht. Wer einen Flugzeugführerschein hat und ein Flugzeug steuern kann, ist noch lange nicht fähig, eine Regierung zu führen und einen Staat zu steuern. Herr Merz sollte sich in sein Flugzeug setzen und in die Rente fliegen. Hans Neuber, Iffeldorf
Der Überblick fehlt
Inhaltsverzeichnis wochentaz
Liebe tazler, das könnt ihr doch nicht machen, einfach das Inhaltsverzeichnis streichen. Ich freue mich besonders am Wochenende wirklich immer sehr über die taz, und vor allem freute es mich, gleich am Anfang einen Überblick zu bekommen, was mich erwartet. Alwine Bach, Nürnberg
Preissteigerung hilft aufzuhören
„Raucher*innen aller Bundesländer, vereinigt euch!“,
wochentaz vom 2. – 8. 5. 26
Die Autorin behauptet, dass eine Preissteigerung wegen des Suchtverhaltens keinen Einfluss auf den Tabakkonsum habe. Das ist falsch. Laut Deutschem Krebsforschungszentrum führt eine Preiserhöhung für Zigaretten um 10 Prozent bei Erwachsenen zu einer durchschnittlichen Verringerung des Zigarettenkonsums um 5 Prozent und bei Jugendlichen sogar um bis zu 13 Prozent. Wulf Pankow, Kleinmachnow
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