meinungsstark:
Die Wurzeln der Drogenkartelle
„Mexikos Kampf gegen Drogenkartelle. Schüsse statt Umarmungen“, taz vom 23. 2. 26
Sehr geehrte Redaktion, ich schreibe Ihnen als mexikanischer Leser, der Ihre Zeitung durch ein Auslandssemester in Köln kennen und schätzen gelernt hat. Meine deutschen Mitbewohner haben sich aufrichtig für mich, meine Kultur und mein Land interessiert – und viele von ihnen lasen die taz. So bin ich zu Ihrer Zeitung gekommen, und ich lese sie seitdem weiter, auch nach meiner Rückkehr nach Mexiko. Die Leitlinie „abrazos no balazos“ wird im oben genannten Artikel so beschrieben, als habe AMLO (Andrés Manuel López Obrador) Kartelle einbinden statt bekämpfen wollen.
Es ging aber nicht um ein Entgegenkommen gegenüber der organisierten Kriminalität, sondern um einen Angriff auf ihre Wurzeln: Armut, fehlende Perspektiven und häusliche Gewalt. AMLO appellierte sogar öffentlich an die Mütter Mexikos und bat sie, gemeinsam mit ihm gegen die Gewalt vorzugehen. Dieser Appell gründete auf der belegten Erkenntnis, dass Menschen, die Gewalt ausüben, fast immer selbst Gewalt erfahren haben, häufig im eigenen Zuhause. Das ist ein zutiefst sozialpolitischer Ansatz. Eine Darstellung, die diesen Ansatz als naiv oder kartellfreundlich abtut, kann ungewollt dazu beitragen, dass Sozialprogramme – die in erster Linie ärmeren Bevölkerungsschichten zugutekommen und Menschen davon abhalten sollen, in die organisierte Kriminalität abzugleiten – pauschal in ein schlechtes Licht gerückt werden.
Pablo Reyes, Zapopan, Jalisco, Mexiko
Gegen die Zeit geschwommen
„Festspiele der Geschlagenen“, taz vom 22. 2. 26
Wo sind die Zeiten geblieben, als Schwimmerinnen mit Kopftuch vier mal mehr Zeit brauchten als die Siegerin und trotzdem vom Publikum vor Ort und auch von den Reportern gefeiert wurden? Hartmut Krollmann, Düsseldorf
Pfennigfuchser greifen an!
„AfD will mit Leitfaden Demokratie-Programm lahmlegen“, taz vom 20. 2. 26
Liebe taz, ich bin ein überzeugter Leser eurer Nachrichten und monatlicher Spender. Jetzt bin ich auf die Idee gekommen, der AfD auch unter die Arme zu greifen. Deshalb habe ich jetzt mit Paypal eine monatliche Spende von 0,01 Euro veranlasst. Leider muss diese Partei jetzt die Paypal Gebühren von 35 Cent pro Spende bezahlen … und das jeden Monat und hoffentlich nicht in Ewigkeit, sonst bin ich ja pleite. Euch alles Gute und richtig viel Erfolg! Haut rein! Es gibt viel zu verändern! Alfred
Manipulative Kampagnen entlarven
„Social Media schafft echte Probleme, ein Mindestalter löst sie nicht“, wochentaz vom 21. 2. 26
Warum glauben wir eigentlich, dass Dopamin nur bei „Likes“ fließt? Es gibt eine viel befriedigendere Ausschüttung: Das Heurekagefühl, wenn man eine manipulative Kampagne entlarvt! Diese Form der Medienselbstverteidigung ist längst im Gange. Während die analoge Medienwelt noch über Fake News jammert, hat die Basis den Braten längst gerochen. Der Stolz, unmanipulierbar zu sein, wird zum neuen Subkulturstandard. Wir stehen kurz vor dem Moment, in dem das ganze System der Aufmerksamkeitsökonomie an der menschlichen Unlust zerschellt. Und das ist doch eine verdammt gute Nachricht. Uwe Bjorck, Bremen
„Soziale Halluzinationen“
„Künstliche Intelligenz und Abhängigkeit. Die Gesellschaft des Verschwindens“, taz vom 19. 2. 26
Sehr lesenswerter Essay! „Soziale Halluzinationen“ gibt es auch im analogen Leben bei kleinen Kindern, die mit ihren Puppen sprechen und interagieren, als wären sie „echte“ Lebewesen. In der digitalen Welt gibt es soziale Halluzinationen, wenn Menschen wesentlich mehr Zeit mit ihren virtuellen „Freunden“ verbringen als im First Life. Martin Blum, Köln
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