piwik no script img

meinungsstark

Nur für queere Community

„die kinderfrage: Warum kriegen Frauen ein Kind und nicht Männer?“, wochentaz vom 17. 1. bis 23. 1. 26

Ich bin ein cis-Mann und durchaus solidarisch, wenn die taz sich starkmacht für die Anliegen von LGBTQIA+, aber doch bitte nicht, indem ihr ein sechsjähriges Mädchen behelligt mit trans-Themen. Geschätzte 99 Prozent der Bevölkerung sind cis, fühlen sich also mit dem bei der Geburt zugewiesenen „anatomischen“ Geschlecht identisch. Wenn nun ein amerikanischer Trans-Mann nach Hormonbehandlung, geschlechtsangleichender Operation und künstlicher Befruchtung und Kaiserschnitt ein Kind austrägt, könnt ihr doch nicht allen Ernstes einem sechsjährigen Mädchen erklären, dass der Satz stimmt: „Auch Männer können Babys kriegen.“ Der erste Absatz der Antwort auf die Kinderfrage, die Antwort der Wissenschaft Biologie, hätte ausgereicht. „Frauen und Mädchen haben eine Gebärmutter, Jungen und Männer nicht.“ Alles Weitere ist eher für die queere Community geschrieben, aber nicht für ein sechsjähriges Mädchen.

Alfred Köth, Frankfurt am Main

Hoffnungsschimmerchen

„die gute nachricht: Das Ozonloch schrumpft schneller als erwartet“, wochentaz vom 17. 1. bis 23. 1. 26

Gute Nachrichten? Aber es muss dann auch wirklich stimmen. Und an dieser Nachricht wirkt leider einiges unklar. Erstens weckt es Zweifel an der Seriosität einer Nachricht, wenn die relativen Veränderungen ohne Basis vorgetragen werden. Und eine Reduktion des Ozonlochs über der Antarktis von 20 Prozent in 5 Jahren mit fast der ganzen Änderung in einem einzigen Jahr sagt leider wenig über den künftigen Verlauf aus. Zweitens gibt es seit etwa 20 Jahren auch ein Ozonloch über der Arktis. Es müssten also mindestens beide Löcher zusammen betrachtet werden. Drittens wird als Erfolg erwähnt, dass das südliche Loch jetzt wieder gleich groß sei wie 1991. Blöderweise war das gerade das Jahr mit der höchsten bisher gemessenen Abbaurate an Ozon, und die kritischen FCKW verbleiben mehr als hundert Jahre in der Atmosphäre. Zusätzlich kommen neue ozonschädigende Gase hinzu wie Lachgas aus der Agrarwirtschaft oder Kältemittel. Natürlich sind globale Abkommen im Umweltschutz ein sehr wirksames Mittel. Wenn das beeinträchtigte System aber Jahrhunderte zur Regenerierung benötigt und die verbotenen Stoffe durch andere kompensiert werden, dann dürfte die „gute Nachricht“ vorerst doch eher als Hoffnungsschimmerchen glimmen.

Uwe Scheibler, Wetzikon (Schweiz)

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen