meinungsstark:
Kontaktgebühr?! Bald ist keine/r mehr da zum „Kontaktieren“!
„Vorschlag für eine neue Praxisgebühr: Lieber über die Honorare der Ärzteschaft diskutieren“, taz vom 2. 1. 26
Als Hausärztin habe ich diesen Kommentar mit großem Interesse gelesen.
Auch ich selbst finde die Kontaktgebühr völlig deplatziert – diese trifft total neben die Bedürfnisse der Patient*innen. Dennoch: Wir individuell arbeitenden Hausärzt*innen sind als Unternehmer*innen mit Versorgungsauftrag und Sorge um unsere Mitarbeiter*innen zunehmend erschöpft. Viele von uns werden in den nächsten Monaten unsere Praxen aufgeben. Vielleicht können ja die MVZ (Medizinische Versorgungszentren) die Bedürfnisse der Patient*innen besser und kostengünstiger bearbeiten?!
Unsere Honorare können gerne überprüft werden: Ich wüsste ja zu gerne, wer unter den aktuellen Bedingungen noch Lust hat, in der Niederlassung ärztlich zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen … Mein Vorschlag: Bitte fragen Sie mal bei Ihrer GKV nach, wie sich die Einnahmen prozentual auf die Ausgaben verteilen: Verwaltungsgebühren, Medikamentenausgaben, Krankenhauskosten, niedergelassene Ärzte …
Vielleicht ergeben sich ja neue Aspekte zur Diskussion?
Petra Söllner, Berlin
Eine Nachricht an die Vulkangruppe: Wenn ihr es denn wirklich wart …
„Stochern im Brandnebel, Nach dem Anschlag aufs Berliner Stromnetz spricht Berlins Bürgermeister von Linksterrorismus. Doch das Bekennerschreiben wirft Fragen auf“,
taz vom 5. 1. 26
Dumm seid ihr ja nicht. Immerhin seid ihr immer wieder gut informiert, wo und wie eure Anschläge eine gewaltige Wirkung erzielen. Außerdem seid ihr ja offensichtlich in der Lage, keine Spuren zu hinterlassen, die zu eurer Identifizierung führen. Politisch seid ihr aber leider total verpeilt. Ihr glaubt, mit euren Anschlägen das kapitalistische System zu stören und zum Klimaschutz beizutragen.
Ihr verärgert aber nur weite Teile der Bevölkerung und schürt Hass auf linke Politik und den Klimaschutz. Menschenleben gefährdet ihr übrigens sehr wohl. Fragt mal die Menschen, die auf lebenswichtige Apparate angewiesen sind, die ohne Strom nicht funktionieren. Aus der Geschichte der RAF habt ihr auch nichts gelernt. Die haben auch behauptet, den Kapitalismus und den Faschismus zu bekämpfen. Sie haben aber im Wesentlichen nur Gesetzesverschärfungen und einen Ausbau des Polizeiapparates bewirkt und die politische Rechte gestärkt. Die haben schließlich gemerkt, wie sinnlos ihr Tun ist. Hoffentlich schaut ihr bald mal aus eurer ideologischen Blase heraus. Name ist der Redaktion bekannt
Erbschaften in kleinen Betrieben
Betreff: Erbschaften sind nicht immer „leistungsfrei“
Sicherlich ist es sehr ungerecht, das finde ich auch, wenn große Vermögen fast oder ganz frei von Erbschaftssteuer an die nächste Generation gehen.
Ich möchte mich aber dagegen verwahren, dass Erbschaften generell leistungsfreie Einkommen sind. Das vergisst Hunderttausende von Menschen, die in bäuerlichen Familien, kleinen Geschäften, Bäckereien, Pensionen und kleinen Hotels Kinderarbeit und Jugendlichenarbeit geleistet haben. Für Familienangehörige galt das damalige Kinderschutzgesetz nicht. Name ist der Redaktion bekannt
Boykott & Widerstand sind möglich!
Mein Kurzkommentar zum Trump-Überfall auf Venezuela: Der Boykott von Dole, Chiquita und Exxon hat eine Geschichte, die wieder aktuell ist. Der Kauf von Nicaragua-Kaffee als Ausdruck politischen Handelns ebenso.
Jeannette Kassin, Hamburg
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