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meinungsstark

Bio-vegane Landwirtschaft

„KI im Kuhstall“,

wochentaz vom 18. 10. bis 24. 10. 25

Hier wird mit viel Empathie über den Alltag einer tapferen Frau auf ihrem KI-gestützten Milchbauernhof berichtet. Alessandra Röder macht sich sehr detailreich und informativ die Sicht der Bäuerin auf ihre Tätigkeit zu eigen. Wir bitten die taz darum, auch mal in dieser Art über Betriebe zu berichten, die Bio-vegane Landwirtschaft betreiben. Dieses Thema ist in der taz bisher absolut „unterbelichtet“!

Dabei sollte nicht verschwiegen werden, was das jährliche Besamen der Kühe und das Austragen der Kälber, die Milchleistung und das Leben im Stall mit der physischen und psychosozialen Gesundheit der Kühe macht; nach wie viel Jahren Hochleistung und wie sie zum Schlachthof transportiert werden, wie dort immer wieder mit ihnen umgegangen wird. Wann werden die Kälber von ihren Müttern getrennt, was bekommen sie als Muttermilchersatz, wie sieht ihr Leben aus, nach wie viel Monaten werden die männlichen Tiere zu Kalbsschnitzel oder Leberwurst?

Brigitte van Hoorn und Helmut Walker, Hannover

Adoptivkinder

„Kein politisches Attentat“,

taz vom 9. 10. 25

In den Medien werden bei der Berichterstattung die möglichen tatverdächtigen Kinder des Opfers ausdrücklich als „ Adoptivkinder“ bezeichnet. Mit dem Zeitpunkt der Adoption von Minderjährigen sind nichtleibliche rechtlich den leiblichen Kindern gleichgestellt. Dies gilt für alle rechtlichen Folgen wie Sorgerecht, Erbrecht, Unterhalt. Die verwandtschaftlichen Beziehungen zu den leiblichen Eltern erlöschen. Sogar in der neuen Geburtsurkunde werden die Adoptiveltern als Eltern ausgewiesen. Eine beiderseits gewachsene, sehr enge emotionale Bindung in der Familie ergibt sich bereits aus der Tatsache, dass die Kinder/Jugendlichen adoptiert werden.

Warum es also der Erwähnung bedarf, dass die Kinder/Jugendlichen im konkreten Fall Adoptivkinder sind, erschließt sich mir nicht. Es führt zu einer möglichen Diskriminierung. Dies insofern, als der Eindruck entstehen könnte, dass Adoptivkinder häufiger mit rechtswidrigem Verhalten, insbesondere in der eigenen Familie, in Verbindung gebracht werden. Natürlich ist dieser Eindruck nicht empirisch nachweisbar. Im engen Freundeskreis erleben wir aber die Betroffenheit und Irritation der nicht leiblichen Kinder über diese Differenzierung in den Medien. Anja Heise-Kintzen, Paderborn

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