: kampf um bundesrat
Hessens Stimmen
Im Bundesrat, in dem die Länder ein nach Einwohnerzahl abgestuftes Stimmgewicht haben, liegt die Mehrheit bei 35 Stimmen. Diese muss erreicht werden, damit ein zustimmungspflichtiges Gesetz nach der Verabschiedung im Bundestag auch den Bundesrat passiert.
In Bremen und Brandenburg regieren große Koalitionen, die sich bei unterschiedlichen Ansichten der Koalitionspartner enthalten, was als Nicht-Zustimmung gewertet wird. Sieht man von ihnen ab, kommen die unionsgeführten Regierungen seit dem CDU-FDP-Sieg in Sachsen-Anhalt auf 35 Stimmen (Mehrheiten in Bayern, Sachsen, Thüringen, Saarland, CDU-FDP-Koalitionen in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt, CDU-FDP-Schill-Koalition in Hamburg). Sie können damit jedes Gesetz der Bundestagsmehrheit blockieren. Die Länder mit SPD-geführten Regierungen kommen auf 27 Stimmen (Mehrheit in Niedersachsen, Rot-Grün in NRW, die SPD-PDS-Koalitionen in Meck-Pomm und Berlin, SPD-FDP-Koalition in Rheinland-Pfalz). Am 22. September findet gleichzeitig mit der Bundestagswahl die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern statt. Bleiben SPD und PDS dort an der Regierung, böte die Hessen-Wahl im Februar den Sozialdemokraten die Chance, der CDU die 5 hessischen Stimmen und somit die Bundesratsmehrheit abzunehmen. LÖW
Die Engagierten stärken
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen