heute in Bremen: „Nur sauber investieren“
Klimaschutz Fossil Free Bremen lädt zur Diskussion über klimafreundliche Anlagen ein
hat im Februar 2016 mit acht anderen Klimaschützern Fossil Free Bremen gegründet.
taz: Herr Wagner, was bedeutet „Fossil Free“?
Friedemann Wagner: Fossil Free meint das Weglassen von fossilen Energieträgern, also Kohle, Öl und Gas. Fossil Free ist aber auch eine internationale Klimaschutzbewegung, die sich dafür einsetzt, dass keine weiteren fossilen Energieträger mehr gefördert werden. Es ist sehr viel erreicht, wenn 80 Prozent der noch vorhandenen Kohle-, Erdöl- und Erdgasreserven im Boden bleiben. Wir wollen bewirken, dass grundsätzlich kein Geld mehr in Dinge investiert wird, die unserem Klima massiv schaden.
Wie kann Bremen Fossil Free werden?
Wir haben einen Bürgerschaftsbeschluss initiiert, mit dem künftige Investitionen des Landes in klimaschädliche Unternehmen ausgeschlossen werden. Das betrifft vor allem die gesetzlichen Pensionsrücklagen. Nun geht es darum, dass auch Bremer Institutionen wie die Evangelische Kirche, die Hochschule und die Uni ihr Geld nicht mehr in Aktien oder Anleihen investieren, die unökologisch sind. Es reicht nicht nur, klimafreundliche Energien zu fördern, auch die Anlagestrategien müssen klimafreundlich werden.
Ist die Investition in fossile Energien denn aus ökonomischer Perspektive sinnvoll?
Fossile Energieträger sind derzeit noch günstiger, aber nur scheinbar. Die Folgekosten durch die Klimaschäden sind höher als die kurzfristigen Gewinne. Nur tragen die Folgen so gut wie nie die Unternehmen oder wir Verursacher, sondern die Menschen in den Ländern des globalen Südens. Ich halte das aus moralischer Sicht für bedenklich. Wenn es falsch ist, das Klima zu zerstören, dann ist es auch falsch von der Zerstörung zu profitieren.
Interview: Vanessa Reiber
Gespräch: 19.30 Uhr, Domkapitelsaal, Domsheide 8
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen