herzensort: Ein kurzer Trip in die Pilzkopf-Ära
Einmal die Beatles sehen, das ist der Traum. Ein Traum, der nicht in Erfüllung gehen, an den man aber nah rankommen kann – ganz ohne Coverband. Als eine Freundin mir vorschlägt, sie zu einem Konzert von den Lemon Twigs zu begleiteten, die sehr dringend wie die Beatles klingen wollen, komme ich nicht ohne zu zögern mit. Kann das gutgehen? Gut klingen?
Am Ende hat jedes Konzert aber sowieso seine ganz eigene Atmosphäre. Es ist ein Ort, den es so nur einmal, für wenige Stunden gibt. Das liegt an der Stimmung, die das Publikum mitbringt, am Setting der Spielstätte, in diesem Fall dem Hole44 in Berlin-Neukölln – und an den Musiker*innen selbst.
An diesem Abend lassen die Bands nicht bloß durch ihren gitarrenlastigen Sound keinen Zweifel daran, wohin die Reise geht. Die Frisuren der Lemon Twigs variieren von Pilzkopf bis Lockenmähne, der Frontsänger der Vorband Plastic Family trägt einen lila-geblümten Longsleeve mit Latzhose darüber, die Keyboarderin ein Glitzeroberteil zum Glitzerrock. Mein Bedürfnis, in den 70ern zu leben, hält sich stark in Grenzen. Musikalische Ausflüge wie diesen finde ich aber fabelhaft. Nicole Opitz
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