herzensort: Pimmel über Berlin
Öffentliche Klos sind keine Orte, an denen man sich lange aufhalten mag. In Restaurants und Bars befinden sie sich meist irgendwo hinten oder im Keller, oft ohne Fenster, im besten Fall sind sie halbwegs geputzt. Umso überwältigender ist der Besuch der Toilette im zehnten Stock des Hotel 25 hours in direkter Nachbarschaft zum Berliner Zoo. Wer hier mal muss, dem liegt – dank bodentiefer Verglasung – die Stadt zu Füßen. Genauer: das Affengehege, der Tiergarten mit seinen üppigen grünen Baumkronen, die Siegessäule, dahinter das Brandenburger Tor und das Regierungsviertel.
Es ist das wohl schönste Klo Berlins, das als Geheimtipp auch schon im Tagesspiegel erwähnt wurde und seitdem kein Geheimtipp mehr ist. Man sollte kein allzu dringendes Bedürfnis mitbringen, um im Zweifel warten zu können. Denn nur die hinterste Kabine liegt an der Fensterfront.
Ach so: Von der Terrasse der Bar in derselben Etage kann man Berlin natürlich auch von oben betrachten. Ist auch toll, aber längst nicht so toll wie drinnen. Rooftop-Bars gibt es einige. Doch selten lässt sich so weitsichtig Wasserlassen wie hier. Antje Lang-Lendorff
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