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herzensortWie das Auenland, nur schöner

Es ist jetzt nicht der Gipfel der Originalität, als Stadtbewohner vom Bimmeln der Kuhglocken in süddeutschen Bergregionen zu schwärmen. Ändert nichts daran, wie schön, wie beruhigend es doch ist. In Ohlstadt, einer Kleinstadt kurz vor Garmisch, höre ich es schon in dem düsteren Mischwald, dessen Einstieg fast direkt neben unserem Ferienhaus beginnt.

Wo die Bäume enden, öffnet sich der Blick. Da stehen sie, die Kühe, ohne Gatter oder Zaun, auch ein Pferd ist darunter. Drum herum bewaldete Hänge, Wolken wandern wabernd an ihnen herab. Ich bin schockverliebt in diesen Ort, der sich noch viel weiter erstreckt: auf mehreren Hektar legt sich eine große sattgrüne Wiese wie ein krauses Tischtuch über viele kleine und kleinste Hügel.

Der Boschet in Ohlstadt ist eine Gemeindefläche, auf der im Sommer das Vieh von verschiedenen Be­sit­ze­r:in­nen gemeinsam grast. Menschen dürfen es besuchen, für sie stehen ein paar Bänke herum, natürlich auch eine kleine Kapelle, wir sind schließlich in Bayern. Es ist ein wenig wie das Auenland. Nur schöner. Und statt Hobbits gibt es eben Kühe.

Michael Brake

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