herzensort: Das bessere Netflix-Abo
Abends halb neun in Deutschland. Eine Arbeitnehmerin mit Bürojob fläzt sich auf die Couch, um nach einem Tag voller E-Mails und Videocalls vor dem heimischen Bildschirm die müden Augen zu erholen. Genervt sichtet sie die endlosen Angebote gängiger Streamingplattformen: alles langweilig, immer das gleiche. Also doch wieder die schlecht gealterte Sitcom anmachen, bei der es sich parallel durchs Internet dümpeln lässt?
Ein Weg aus dieser Misere führt – überraschenderweise – in die weitläufigen und oft nutzerfeindlichen Tiefen der ARD-Mediathek. Dort finden sich Schätze gepflegter Werktagsunterhaltung. In der Doku-Serie „In höchster Not“ kann man Bergrettern bei der Arbeit zugucken und sich über die Selbstüberschätzung unerfahrener Wanderer aufregen. Eine Folge „Weltspiegel“ belegt, dass gute Auslandsberichterstattung möglich ist. Spargelfans finden eine mehrteilige Serie zum „Königsgemüse“, Orcafans können stundenlang Wale beobachten. Und spätestens bei Spielfilmen wie „Sprich mit mir“ fragt man sich dann, ob der so unbeliebte Rundfunkbeitrag nicht doch das bessere Netflix-Abo sein könnte. Lin Hierse
Nur noch 430 – dann sind wir 50.000
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 430 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen