herzensort: Gefühlskirmes auf dem Kunstrasen
Das Knie brennt, also schnell das Blut abwischen und weiterrennen. Der Kunstrasen ist stumpf, sandig und hat wie die meisten davon in Berlin seine besten Tage hinter sich. Aber das ist egal. Im Ohr rauscht es angenehm, dumpfe Rufe mischen sich dazwischen, ab und zu ein Pfiff. Kein Ort symbolisiert für mich Freizeit so stark wie der Fußballplatz.
Hier wechseln sich die Emotionen sekündlich ab: Anspannung, Vorfreude, Adrenalin, Stolz, Wut, Verbundenheit, schließlich Erschöpfung. Es riecht nach Schweiß, nach Deo und wenn es ein richtig guter Tag ist nach Sommerregen. Meistens vergeht die Zeit auf der grünen Plastiksteppe rasend schnell. Und manchmal viel zu langsam. Dann, ein paar Stunden nach Abpfiff oder auch erst abends im Bett, sausen all die Eindrücke nochmal durch den Kopf: Rennen, mehr rennen, der eine Pass, der nicht genau ankommt. Die Szene des Torabschlusses, den man einen Tick zu früh gewagt hat. Die geniale Parade der Torhüterin, zu der man nur gratulieren kann, wäre man nicht die Stürmerin des gegnerischen Teams. Hach, für immer bleibt es: die schönste Nebensache der Welt. Linda Gerner
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen