: geläufig Trira, trira, peng-peng
„Auf dem Hermann-Löns-Gedächtnis-Friedhof bei Elchshof in der Uckermark wurde der Nacktförster gestern in aller Stille zur letzten Ruhe gebettet. Wegen einer Tombola mit Tabledance, Pkw-Versteigerung, Wet-T-Shirt-Power-Contest, Bratwurstverkauf und Lautsprechergebabbel auf dem benachbarten Areal der Autofirma Mühlenkamp fand die Beisetzung leider bei ziemlichem Lärm statt, aber das störte niemanden groß, denn der Pfarrer, der Totengräber und die sterblichen Überreste waren am offenen Grab praktisch unter sich. In den zwölf Meter hohen Grabstein sind infolge einer von Joachim Conrad auf dem Sterbebett geäußerten Anregung die Worte eingemeißelt worden: Er war ein rechter Jägersmann, trira, trira, peng-peng! Nun liegt er in der Gruft allhie, gar grausig dumpf und eng. Einst ging er nackt als Waidmann um, selbst RTL und Pro 7 interessierten sich vorübergehend für ihn, aber dann ließen ihn alle im Stich, weshalb er schließlich als armer Teufel verblich. Wer an dieses Grab tritt, möge sich vergegenwärtigen: Auch dich wird man eines Tages beerdigen!“ Mit diesen Sätzen berichtete Gerhard Henschel einst auf der Wahrheit-Seite vom Ableben des Nacktförsters Joachim Conrad. Heute Abend wird man Henschel live lesen hören können, er tritt gemeinsam mit dem Konkret-Redakteur und Lady-Di- Biografen Rayk Wieland und dem Zeichner Marcus Weimer, besser bekannt als ein Teil von Rattelschneck (Bild) auf. Dass Tabledance, Wet-T-Shirt-Power-Contest, Bratwurstverkauf und Lautsprechergebabbel stattfinden, ist nicht auszuschließen. SUN
Kalkscheune, 21 Uhr
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen