doppelblind: Füchse in der Fotofalle
Während der ersten Lockdowns verbreiteten sich ausgeschmückte oder gar erdachte Geschichten über Delfine in Venedig und andere Wildtiere in menschenleeren Städten. Bei der fundierten Einschätzung solcher coronabedingten Verhaltensänderungen hilft künftig eine im Journal of Animal Ecology veröffentlichte Studie. Forschende des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung werteten dafür mehr als 10.000 Fotos aus. Sie hatten zwischen 2018 und 2020 rund 150 Wildtierkameras in Berliner Gärten aufgestellt.
Tatsächlich hatten nicht nur Jahreszeiten, sondern auch Lockdowns einen großen Einfluss darauf, wie oft die Fotofallen zuschnappten. Die Leute nutzten ihre Gärten vor allem tagsüber häufig, sodass Füchse, Waschbären und Marder eher nachts dorthin kamen – dafür aber umso mehr. Denn diese Wildtiere tolerierten zwar bis zu einem gewissen Grad die Anwesenheit von Menschen, erläutern die Forscher:innen, sie vermieden aber durch Nachtaktivität weiterhin direkte Begegnungen. Außerdem zeigte sich, dass die Arten sich zwar untereinander ähnlich verhalten, aber zu unterschiedlichen Zeiten auftauchen. Hauskatzen stehen weiterhin oben in der Hierarchie und werden von allen gemieden – wobei Waschbären ihnen gern das Futter klauen. (atm)
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