die wortkunde:
Im „Pride Month“ Juni stellt sich die Frage, was Fortschritt für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten bedeutet: Ist es besser, als ganz „normal“ zu gelten – oder die „Normalität“ zu überwinden? Das war auch schon vor 50 Jahren so: Zur Abschlussdemo des Pfingsttreffens der Homosexuellen Aktion Westberlin am 10. Juni 1973 kam die Fraktion der schwulen Feministen in Frauenkleidern. Den in Deutschland als Schimpfwort verwendeten Begriff Tunte für schwule Männer mit affektiertem Verhalten machten sie sich selbstbewusst zu eigen. Das war zu viel für manche schwule Marxisten, die Frauen- und Homofeindlichkeit nur als „Nebenwiderspruch“ im Klassenkampf begriffen. Es kam zum Tuntenstreit, zu einer Spaltung der Bewegung, die bis heute nicht völlig überwunden ist. Stefan Hunglinger
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