die wortkunde:
Manchmal spült eine Debatte Begriffe in die Medien, die man eher bei Trivial Pursuit erwartet. So kritisierte der Künstler Wolfgang Müller die Forderung nach einem Ende der Waffenlieferung als „Kotau vor dem Recht des Stärkeren“. Ein anderer Kommentar sieht im Zögern der Bundesregierung einen „Kotau der Putinversteher“. Der Kotau ist eine Ehrerbietungsgeste und entstammt dem chinesischen Hofzeremoniell: Dort warf sich der Grüßende vor einer höhergestellten Person nieder und berührte mit der Stirn den Boden. Weil es auch auswärtigen Gesandten abverlangt wurde, sorgte das Ritual für Konflikte. Mit dem Untergang des Kaiserreichs wurde der Kotau 1912 abgeschafft. Heute wird der Ausdruck als Umschreibung für Unterwerfung oder ein unfreiwilliges Nachgeben verwendet. Moritz Findeisen
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