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die sportskanone

Das ritterliche Soli-Trikot

Erst wollte er nicht so recht. Real-Madrid-Star Kylian Mbappé hatte, wie auch seine Kollegen Vinicius Jr. und Ibrahima Konaté, das Soli-Trikot für Ceuta beim Dienstagabendspiel in Elche erst angezogen, dann verdeckt und schließlich schnell verschwinden lassen. Was störte ihn an dem dort aufgeflockten Spruch „Todos somos Caballas“ (Wir sind alle aus Ceuta) oder dem kleingedruckten Text „Ceuta y sus caballeros de la mar“ (Ceuta und seine Ritter des Meeres)? Die Scheinheiligkeit solcher Aktionen? Dass auf dem Trikot eher der Einwohnenden der spanischen Exklave, aber nicht wirklich explizit der (nach Ceuta) Geflüchteten gedacht wurde? Die öffent­liche Kritik kam hart, aber Mbappé, selbst Sohn eingewanderter Eltern (nämlich aus Algerien und Kamerun) – ebenso wie seine Mannschaftskameraden –, wehrte sich via As, der spanischen Sportzeitung. Er bekräftigte seine „volle Solidarität mit Ceuta“ und fügte hinzu: „Ich wollte aber auch ein Zeichen setzen und meine Gedanken an all die Immigranten ausdrücken, die ihr Leben verloren haben und die ebenfalls unter schwierigen Bedingungen leben.“ Recht so. Und: Trikots allein retten die Welt übrigens auch nicht. Was uns fast zur DFB-Auswahl bringt, die schließlich auch schon ihre Erfahrungen mit halbgelungenen politischen Gesten gemacht hat (WM 2022 in Katar): Die läuft beim Nations-League-Auftakt am Donnerstag ohne Lippenbekenntnisse, dafür mit Retro-Trikot im scheußlichen 1990-Design und noch scheußlicheren Grün auf. (rh)

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