die kinderfrage: Woher kommen Läuse?
Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Yara, 7 Jahre alt. Sie will außerdem wissen: Wenn sich alle gegen Läuse behandeln, sterben sie dann aus?
Achtung, gleich könnte es dich jucken! Es gibt nur drei Läusearten, die auf Menschen leben. Die mit Abstand häufigste ist die Kopflaus, die in unserem Kopfhaar wohnt. Die Filzlaus lässt Kinder bis zur Pubertät in Ruhe, denn sie mag nur andere Körperhaare. Die Kleiderlaus kommt dagegen nur zum Blutsaugen zu uns und versteckt sich sonst lieber in unseren Klamotten. Zum Glück ist sie in Europa sehr selten. Läuse von Hunden, Katzen oder anderen Tieren können auf Menschen nicht überleben.
Kopfläuse sind zwei bis drei Millimeter große, hochspezialisierte Insekten. Sie sind wie sehr kleine Äffchen und dein Kopf ist für sie wie ein prächtiger Urwald. Wie alle Insekten haben sie sechs Beinchen. An denen befinden sich Klauen, die sich perfekt dazu eignen, ein Haar zu umklammern. Sie ernähren sich von deinem Blut. Dazu ritzen sie mit einer Art Messer an ihrem Kopf winzige Äderchen in deiner Kopfhaut auf. Mit etwas Spucke sorgen sie dafür, dass das Blut nicht sofort gerinnt.
Die Läuseweibchen kleben ihre Eier in der Nähe der Kopfhaut an Haare. Nach sechs bis zehn Tagen schlüpfen daraus die Läusebabys, die nach neun bis zwölf Tagen erwachsen sind und dann noch etwa vier Wochen leben. In dieser Zeit legt jede weibliche Laus über 100 Eier. Wenn du nichts dagegen tust, wird dein Kopf rasch zu einem dicht besiedelten Läuseparadies. Aber dein Immunsystem antwortet auf den Läuseangriff: Es entstehen rote Pusteln und es juckt ganz furchtbar. Deshalb solltest du mit Läuseshampoo und einem speziellen Läusekamm gegen die Läuse vorgehen.
Kopfläuse sind so sehr auf menschliches Kopfhaar spezialisiert, dass sie woanders keine zwei Tage überleben können. Eine Übertragung über Mützen, Möbel, Haus- oder Kuscheltiere ist so gut wie ausgeschlossen. Läuse wandern direkt von Kopf zu Kopf, etwa beim Kuscheln, Tuscheln oder Spielen. Läusebefall hat übrigens nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun. Du kannst deine Haare so oft waschen, wie du willst – den Läusen ist das egal.
Hast du auch eine Frage? Dann schreib sie uns an kinderfragen@taz.de
Würden sich alle Menschen auf der Welt gleichzeitig behandeln, würden Kopfläuse aussterben. Doch man behandelt sich ja nur, wenn man weiß, dass man Läuse hat. Das bemerkt man aber erst nach einer Weile und in der Zeit haben die flinken Läuse längst den nächsten Kopf besiedelt. Sie sind perfekt darin, denn sie haben sich seit Millionen Jahren mit uns Menschen entwickelt. Die Laus ist so alt wie wir, sie gehört einfach zu uns. Heiko Werning
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