die gute nachricht: Die Ostsee bekommt frisches Wasser
Sie gilt als die größte Totwasserzone der Welt: eine Fläche in der Ostsee, dreimal so groß wie Hessen, mit so wenig Sauerstoff, dass aquares Leben dort nicht mehr möglich ist, ermittelten finnische Wissenschaftler. Ursache ist vor allem die Landwirtschaft, die viel zu viel Gülle oder Kunstdünger auf die Felder kippt. Der gelangt dann über das Grundwasser und die Flüsse ins Binnenmeer und sorgt dort dafür, dass sich Blaualgen explosionsartig vermehren. Dazu kommt der Klimawandel: Immer häufiger wird im wärmer gewordenen Wasser vor allem der westliche Teil der Ostsee von einem riesigen grünen Algenteppich bedeckt. Sterben die Algen ab, sinken sie zu Boden, wo Bakterien die Reste zersetzen. Dafür brauchen sie viel Sauerstoff, der etwa Krebsen und Fischen fehlt. Zuletzt peitschte Ostwind wochenlang die Wassermassen Richtung Nordsee, ein seltenes Wetterphänomen. Am Pegel Landsort-Norra vor der schwedischen Hauptstadt Stockholm fehlten Mitte Februar 67 Zentimeter Wasser. Besonders niedrig war der Wasserstand zwischen Finnland und Schweden sowie vor dem Baltikum, weniger an deutschen Küsten. Verglichen mit dem Normalzustand fehlten insgesamt 390 Milliarden Kubikmeter Nass, so erklärt Matthias Premke-Kraus vom Leibniz-Institut: „Starke Westwinde werden den Trend der letzten Wochen umkehren, frisches Wasser aus dem Atlantik fließt zurück.“ Und dieses Wasser wird kühler und sauerstoffreich sein. Nick Reimer
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