: ...die Unterwäsche der Opfer
■ Adressen von Vergewaltigungsopfern kursieren im Knast!
Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen und den Lesern mitzuteilen, was alles unter dem Deckmäntelchen „humane Rechtsberatung“ durch Anwälte praktiziert wird. Usus ist es, daß Täter, die sich in Untersuchungshaft befinden, die kompletten Ermittlungsakten auf ihren Zellen haben. Sie wurden von Anwälten, in Ablichtung ihren Mandanten überlassen. Dagegen hätte man nichts einzuwenden, wenn damit nicht Schindluder getrieben würde und die Persönlichkeitsrechte der Opfer nicht eklatant verletzt würden.
Man nehme einen Fall der Vergewaltigung — Täter in Haft. In den Ermittlungsakten der Kripo stehen alle Details vom Opfer. Namen und Telefonnummer und auch, dies ganz besonders betont, die ärztlichen Gutachten. Alles wäre nicht so schlimm, wenn nicht gerade diese Unterlagen sich in Häusern befinden würden, wo eben Langeweile und Interessantmacherei zum Tagesablauf gewisser Insassen gehören würden. Diese sind ja auch oft zeitweise in anderen Anstalten wie zum Beispiel Psychatrien zur Begutachtung — und immer dabei die komplette Opferbeschreibung. Wenn man bedenkt, daß gerade Täter, welche Sexualdelikte begangen haben, auch oft etwas an der „Birne“ haben, kann man sich vorstellen, daß hier eine gewisse Art von Zeitbombe tickt. Wie häufig ist es schon vorgekommen (meine Schwester wurde auch schon von Mitgefangenen besucht und angerufen — die hatten den Absender auf Briefen gelesen), daß Opfer belästigt werden?
Als ich Pfingsten hier Urlaub bekam, wurde ich von einem Mitgefangenen angesprochen, der mir zwei Adressen gab und er wollte, daß ich dort anrufen sollte, damit sie die Belastungsaussagen zurückziehen würden. Ich habe dies nicht getan und die Adressen zerrisen! Zu diesem Zeitpunkt wußte ich schon die körperliche Beschaffenheit und welche Unterwäsche diese Frauen bei der Tat getragen hatten! Außerdem gab der Typ, mir auch die ärztlichen Gutachten zu lesen.
Da ich mir bis dato nie Gedanken darüber gemacht habe, erkundigte ich mich — ob andere Gefangene auch diese Akten haben — und siehe da — so ist es! W.K., JVA Düsseldorf
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