das wetter:
Romanfutter
Wenn Pupslöcher sprechen könnten. Hocherfreut notierte sich Niella Gumbrecht ihren neuesten Fund. Die junge Nachwuchsschriftstellerin verfasste gerade ihren ersten großen Roman und schrieb Lieblingssätze aus ihrer Alltagslektüre auf, um sie in ihr Werk einfließen zu lassen. „Wenn die und die sprechen könnten“, war eine solche Floskel, die Niella immer wieder begegnete und ihr sehr gut gefiel, ging sie doch über das Vorhandene hinaus. Dem „wenn“ musste nämlich ein „dann“ folgen, also geschah etwas, und das war nötig für ihren Roman, dessen erzählerisches Gerüst arg wacklig war. Eine Frau traf einen Mann und sie redeten. Da konnte ein dramatischer Impuls nicht schaden. Nur kam sie partout nicht darauf, was sich nach dieser Regung ereignen würde. Bis das Unglaubliche geschah: Niellas Pupsloch sprach. Heraus kam heiße Luft.
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