brief des tages:
Familienreise mit der Bahn
„Familienreservierungen bei der Bahn: Völlig überzogene Kritik“, taz vom 17. 6. 25
Als vierköpfige Familie zahlen wir jetzt nicht mehr pauschal 10,40 Euro – sondern 22 Euro. Für eine Strecke. Für Hin- und Rückfahrt 44 Euro statt 20,80 Euro. Also eine Preissteigerung von über 100 Prozent. Da soll man sich nicht aufregen? Der taz-Autor findet sogar, dass das umweltpolitisch, verkehrspolitisch und familienpolitisch ein gutes Signal ist? Die Familienreservierung ist wichtig, damit Familien zusammen reisen können – vor allem in überfüllten Zügen. In dem Kommentar heißt es, dass der Zwölfjährige doch auch woanders sitzen könne. Ja, der vielleicht, aber meine Kinder sind sechs und drei Jahre alt. Die Sechsjährige vertrösten wir also künftig in Wagen 1, den Dreijährigen setzen wir in Wagen 8, in dem die Klimaanlage ausgefallen ist, und meine Frau und ich prosten uns entspannt im Bordbistro zu? Die Bahn kommt selten pünktlich, fährt oft mit weniger Wagen als geplant, und die sind auch noch oft kaputt (defektes Klo, geschlossenes Bordbistro). Die Bahn hat aber trotzdem Millionenboni an ihre Manager ausgeschüttet. Sich diese Kohle jetzt bei den Familien zurückzuholen, ist einfach nur dreist und zynisch. Philipp Weiskirch, Leipzig
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