brief des tages:
„So viel Greenwashing!“
„Was ist das eigentlich, Nachhaltigkeit?“,
taz vom 14. 6. 25
Als Paradebeispiel für gelebte Nachhaltigkeit gelten in der öffentlichen Wahrnehmung zum Beispiel die Repair-Cafés. Das entspricht leider viel zu häufig nicht der Realität. Ich war selbst in einem Repair-Café – statt nachhaltiger Hilfe gab es Wegwerfmentalität, statt Wissenstransfer gab es Desinteresse. Leider sind solche Erfahrungen kein Einzelfall. Auch bei anderen Repair-Cafés zeigte sich ein ähnliches Bild: mangelhafte Organisation, fehlendes Know-how, keine Transparenz, keine Bereitschaft zur Weiterentwicklung. Und das, obwohl man mit gezielter Vernetzung, Repair-Datenbanken, künstlicher Intelligenz und einer ehrlichen Übersicht über die vorhandenen Fähigkeiten der Beteiligten wirklich Großes leisten könnte – im Sinne der Umwelt und der Gemeinschaft. Besonders enttäuschend finde ich, dass sogar die Verbraucherzentrale solche Strukturen deckt – mit dem Argument, dass alles ja „freiwillig“ sei. Doch auch Ehrenamt entbindet nicht von Verantwortung. Ich wünsche mir mehr Ehrlichkeit im Umgang mit dem Begriff „Repair-Café“ – und eine kritische Auseinandersetzung mit der realen Praxis.
Horst Meyer, Köln
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