piwik no script img

brief des tages

Musk statt Robin Hood

Wer glaubt noch an Robin Hood?“, taz vom 16. 12. 24

Man muss nicht Robin Hood sein, um den verschämten Ton in Richtung Vermögenssteuer aufzugeben und (endlich) richtig laut zu werden. Zumal die „Outlaws“ schon lange auf der anderen Seite stehen. Das Verfassungsgericht hat im Juni 1995 bemängelt, dass das Vermögenssteuergesetz die Immobilien zu gering bewerte und deshalb gegen den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung verstoße. Der Regierung Kohl wurde aufgetragen, bis Ende 1996 eine verfassungskonforme Regelung zu finden. Diese Arbeit hat sie, haben auch alle anderen Regierungen seither verweigert; stattdessen hat Kohl die Vermögenssteuer einfach auslaufen lassen. Im Grundgesetz wird die Vermögenssteuer beim Steueraufkommen der Länder an erster Stelle genannt (Artikel 106). Das Aussetzen ist mithin Steuerhinterziehung durch den Bund zulasten der Länderhaushalte, zugunsten der Reichen und das seit 1997. Bis heute. Derzeit wird so getan, als könne man eine Vermögenssteuer einführen oder auch nicht, als sei es eine Frage des Beliebens. „Da es nicht für alle reicht, springen die Armen ein“, schrieb hingegen schon Ernst Bloch.Herbert Schölch-Heimgärtner, Neuffen

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen