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brief des tages

Mercosur auf der Ziellinie

„Des Bauern Leid ist der Industrie Freud“, taz 9. 12. 24

Vor 9 Jahren wurden in Brüssel über 3 Millio­nen europäische Unterschriften gegen die Freihandelsabkommen Ceta und TTIP übergeben. Am 17. 9. 16 gingen in 7 deutschen Großstädten zusammen fast eine halbe Million Menschen auf die Straße. Von solchem öffentlichen Widerstand ist jetzt gegen das Mercosur-Abkommen nichts mehr zu spüren, obwohl zu den damaligen Argumenten noch das Bewusstsein um die Bedrohung der menschlichen Zivilisation durch den Treibhauseffekt infolge hemmungslosen Wirtschaftswachstums hinzugekommen ist. Dennoch haben die Wachstumsfetischisten und Umweltzerstörer ungehindert die Wunschträume von Figuren wie dem argentinischen „Kettensägen“-Präsidenten Milei und seinem Freund Lindner umgesetzt, damit wir hier mehr Produkte von abgeholzten Regenwäldern kaufen und dort mehr „Zukunftsprodukte“ wie unsere Autos verkaufen können. Wen kann man noch aus Protest gegen diese planetarische Raubbau-Politik wählen, wenn schon der grüne Wirtschaftsminister von der intensiven Sorge umgetrieben wird, dass der schädliche Deal nur ja zustande kommt?

Rolf Oesterlein, Nieder-Olm

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen