: blick auf somalia
Nurrudin Farah
Nurrudin Farah, neben Wole Soyinka einer der profiliertesten Schriftsteller Afrikas, wurde 1945 in Südsomalia geboren. Mit 23 Jahren schreibt er sein erstes Buch, dem bald weitere folgen. Er setzt sich zunehmend kritisch mit der seit 1969 regierenden Militärdiktatur unter Siad Barre auseinander. 1975 entscheidet er sich aus berechtigter Furcht um sein Leben, von einem Stipendium in London nicht nach Somalia zurückzukehren. Seither hat er an verschiedenen Orten in Europa, Amerika und Afrika gelebt. Seit zweieinhalb Jahren wohnt er mit seiner Frau Amina Mama, Professorin für Gender Studies, und ihren zwei Kindern in Kapstadt.
Farahs Thema ist das Leben in Somalia, unter dem Druck der gesellschaftlichen und politischen Ereignisse. Aus wechselnden Perspektiven blickt er auf die Auswirkungen von Diktatur, Geschlechterhierarchie, Nationalismus und Postkolonialismus. Seine letzten Romane, als Trilogie unter dem Namen „Blood in the Sun“ zusammengefasst, tragen im Original die programmatischen Titel „Maps“, „Gifts“ und „Secrets“. Aus dieser Reihe ist der Roman „Duniyas Gaben“ gerade auf Deutsch erschienen (Suhrkamp Verlag), im November kommt aus der vorhergehenden Trilogie „Variations on the Theme of African Dictatorship“ der Titel „Vater Mensch“ heraus (Verlag Frederking und Thaler). In seinem neuesten, nonfiktionalen Buch berichtet er über die Lebensumstände von Somalis in der Diaspora.
MARTIN HAGER
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