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berliner szenenHauch des Besonderen

Und links. Und rechts! Und wieder links! Und wieder rechts! Heppa!“ schreit die durchtrainierte junge Frau im bauchfreiem Aerobic-Outfit vom Rande des Schwimmbeckens. Ich beobachte die älteren Herrschaften um mich herum, die sich bemühen, den Bewegungen der Trainerin zu folgen, und frage mich, warum um alles in der Welt ich dachte, es sei eine gute Idee, eine Mitgliedschaft in einem Spa abzuschließen.

Mein Blick wandert von den Herrschaften, die im Pool üben, auf die Liegen, auf denen wie jeden Tag dieselben dauergebräunten Senioren liegen und dösen und es fällt mir wieder ein. Der Pool versprach, den Härten des Alltags für einen Moment wenigstens entkommen zu können: einfach nur das warme Wasser zu spüren, die Muskeln, den Atem.

Ich beginne zu frieren. In den letzten Wochen wurde die Wassertemperatur auch hier erheblich gedrosselt. „Angeblich sind es immer noch 26 Grad“, meint eine alte Dame, die zögerlich am Beckenrand steht und fragt: „Kann ich mich reinwagen?“

Der Aquafitnesskurs endet und die alte Dame taucht ihren rechten großen Zeh ins Wasser: „Das fühlt sich nicht an wie 26 Grad. Eher wie ein kaltes Fußbad nach Kneip.“ Ich muss lachen. „Aber die Duschen sind gut“, fügt sie hinzu. Und zwinkert: „Ich dusche gerne sehr heiß und sehr lang und ich schätze auch die besonderen Seifen hier.“

Ich lächele: „Ich würde mich freuen, wenn sie noch Waschmaschinen hätten, so dass man sich noch die Waschgänge zu Hause sparen könnte. Dann bekäme man den übertriebenen monatlichen Beitrag beinahe wieder rein.“ Sie winkt ab: „Da wäre ja aber doch auch der Hauch des Besonderen weg.“

Sie entdeckt eine Bekannte: „Du, Trude, das Wasser ist ja unmöglich kalt heute! Komm zu den Liegen! Ich habe uns einen Stapel neue Krimis mitgebracht!“

Eva-Lena Lörzer

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