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„Sie wusste, was kam“, titelten wir gestern eine Meldung über internen Mailverkehr, in dem Claudia Roths Amtsleiter Andreas Görgen Anfang des Jahres auf die Kritik aufmerksam machte, die auf alle mit der documenta Befassten zukommen werde. Für die Tendenziösität entschuldigen wir uns; denn was da alles kommen würde – ein die Kunstschau überschattender Antisemitismusskandal – konnten Roth wie Görgen keinesfalls vorab wissen. Entgegen der von der Welt vertretenen und von uns aufgegriffenen Lesart zeigte die Mail eher, dass Roths Behörde schon vor der Eröffnung der documenta vorschlug, ein internationales, beratendes Expertengremium zu berufen. Görgen verwies ferner auf das Spannungsverhältnis, das zwischen Kunstfreiheit und ihren verfassungsrechtlichen Grenzen, Antisemitismus und Rassismus, entstehen könnte. Der Vorschlag, ein beratendes Gremium einzurichten, wurde dann nicht schlichtweg fallengelassen, sondern vom Aufsichtsratsvorsitzenden und der Geschäftsführung der documenta im Januar 2022 nicht aufgegriffen.

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