: anti-doping-preis
Brigitte Berendonk
Heute verleiht der Doping-Opfer-Hilfe e. V. in Berlin die Heidi-Krieger-Medaille an Brigitte Berendonk. Sie wird für ihr Buch „Doping. Von der Forschung zum Betrug“ ausgezeichnet. Darin deckte sie 1991 auf der Grundlage von Stasiakten das staatlich oktroyierte Doping in der DDR auf.
Die frühere Kugelstoßerin und Diskuswerferin Brigitte Berendonk wertete gemeinsam mit ihrem Ehemann Professor Werner Franke nach der Wende umfangreiches Material aus DDR-Archiven aus, darunter streng geheime Doktorarbeiten zum Plandoping aus der MilitärmedizinischenAkademie der Nationalen Volksarmee (NVA) in Bad Saarow. Beispiel: „Zur Wirkung anaboler Steroide auf die sportliche Leistungsentwicklung in den leichtathletischen Disziplinen.“ Der Autor: Hartmut Riedel, Chefarzt des DDR-Leichtathletikverbandes. Berendonk wunderte sich bereits 1968 über die Veränderung bei Leistung und Aussehen ostdeutscher Konkurrentinnen. Margitta Gummel etwa stieß bei den Olympischen Spielen in Mexiko die Kugel überraschend weit und war zum Muskelkoloss geworden.
Übrigens: Die Namensgeberin der Auszeichnung, Heidi Krieger, heißt heute Andreas Krieger. Als Folge der massiven Gabe von Dopingstoffen unterzog sich die Athletin einer Geschlechtsumwandlung. M.V.
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