Zwischen Tri und Tra und Trullalla: Dosenöffner fürs Gehirn

Der Kinderclown und Friedensaktivist Jean Peters referiert beim tazlab über Kommunikationsguerilla - und vergibt am Ende sogar einen Praktikumsplatz.

Friedensaktivist Jean Peters: „Irgendwann geht immer so der Anti-Sexismus-Föhn und man muss alles gendern.“ Bild: fiona krakenbürger

„Populismus darf man nicht dem Gegner überlassen“, rät Jean Peters, taz-Kolumnist, Friedensaktivist und Kinderclown. In „Zwischen Tri und Tra und Trullalla“ gingen die ZuschauerInnen seiner Kommunikationsguerilla in einem Power-Point-Vortrag über Proteststrategien auf den Leim. Der charismatische Referent propagierte zum Beispiel, dass Studierende sich PraktikantInnen einstellen und deren „Humankapital ausbeuten“ sollten, um Studium und Bildungsstreik unter einen Hut zu bekommen.

In der Veranstaltung des tazlabs, moderiert von Bildungsredakteur Martin Kaul, hat Jean Peters aus seinem Aktivisten-Leben berichtet. Am Ende standen allerdings vor allem Fragen im Raum: Ist Kommunikationsguerilla der „Dosenöffner fürs Gehirn“ und lockt Leute an? Ist es nicht gefährlich, spaßige Events zu organisieren, bei denen Inhalte hinten runter fallen? Braucht man keine Latschdemos mehr? Oder braucht man einfach Latschdemos und mehr? Was sind die rechtlichen Konsequenzen? Wie wichtig sind überhaupt theoretische Grundlagen? Ein bischen Tri-Tra-Trullalla eben.

Die Schlüsselelemente der Petersschen Strategien sind jedenfalls Kreativität, Populismus, Spaß und Praxisnähe. Das hat er schon viele Male selbst umgesetzt: Zusammen mit KomilitonInnen hat er zum Beispiel einen Fanclub für den ehemaligen FU-Prasidenten gegründet – alles Satire natürlich (www.dieter-lenzen.de). Damit hat der Referent zwar nicht alle ZuhörerInnen überzeugt – „zu spaßgeladen“ - doch in Punkto Lockerheit, Toleranz, Kreativität und Mut haben sich sicherlich viele etwas abgeschaut. Auch nach Jahren legt Jean Peters noch Begeisterung für die absurden Auswüchse solcher Proteste an den Tag: „Irgendwann geht immer so der Anti-Sexismus-Föhn und man muss alles gendern und ärgert sich abends, wenn die das in der Tagesschau nicht machen. Das finde ich aber geil!“.

Am Ende konnte er sogar noch einen Interessenten für eine Praktikumsstelle gewinnen. Natürlich bekommt man hinterher ein Zeugnis, das Teamfähigkeit und andere Qualifikationen attestiert. Voraussetzungen für ein Praktikum? „Kontakte. Geld. Exzellente Leistung“.

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