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Zweite Hausbesetzung in Bremerhaven

■ Eier für Polizei, Molli für Wohnungs-Gesellschaft?

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche besetzten 14 Jugendliche im Alter zwischen 17 und 24 Jahren am Wochenende ein Haus in Bremerhaven. Am Samstag Mittag drangen die BesetzerInnen in eine magistratseigene Villa in der Gartenstraße im Stadtteil Lehe, die seit sechs Jahren leersteht. Die heranrückende Polizei wurde nach Angaben der Sicherheitsbehörden mit bereitgelegten Eiern, Dachziegeln und Eierkohlen beworfen. Gegen 14.30 war die Besetzung beendet. Wie in der letzten Woche waren auch diesmal die TäterInnen nicht auf eine Bewohnung des Hauses eingericht.

Nach Darstellung der Polizei haben die meisten BesetzerInnen passiven Widerstand gegen die Räumung geleistet, indem sie sich heraustragen ließen. Vereinzelt sei es auch zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. Zwei Jugendliche mußten sich nach ihrer Verhaftung Blut abzapfen lassen.

Das leerstehende Haus unterliegt der Bremerhaven Städtischen Wohnungs-Gesellschaft (StäWoG). Nach Angaben ihrers Leiters Friedrich Derr wird die Stadt dort ab Ende Mai für 1,6 Millionen Mark ein neues Kulturzentrum hineinsanieren. Das Gebäude habe wegen seiner schlechten Lage jahrelang nicht verkauft werden können und soll demnächst unter anderem einen Künstler beherbergen, der in Bremerhaven tätig werden wolle.

Fünf der vierzehn BesetzerInnen, die alle einen festen Wohnsitz haben, waren auch bei der Hausbesetzung am Ostersamstag aktiv. Auch dort war ein Haus in der Bremerhavener Hafenstraße nach Kurzer Zeit von der Polizei geräumt worden. Dieses Haus ist mittlerweise abgerissen, weil es einer Straßentrasse im Weg steht.

Am Sonntagmorgen wurde gegen 7.30 Uhr ein Brandanschlag auf das StäWöG-Büro am Justus- Lion-Weg versucht. Bisher kann die Polizei keine Täterzusammenhang zwischen Besetzung und Anschlag herstellen. Der Molotow-Cocktail, der in das Büro der Wohnungs-Gesellschaft flog, zündete nicht. mad

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