piwik no script img

Zwei Flugzeuge über Indien zusammengestoßen

■ Saudischer Jumbo und kasachische Tupolew abgestürzt: 350 Tote befürchtet

Delhi (AFP/AP/rtr) – Bei einem der schwersten Flugzeugunglücke in der Geschichte der Luftfahrt sind gestern in Indien möglicherweise mehr als 350 Menschen ums Leben gekommen. Eine mit 335 Passagieren und Crew-Mitgliedern besetzte Boeing 747 der Saudi Airways kollidierte kurz nach dem Start mit einer Tupolew-154 der Kazakh Airways rund 65 Kilometer westlich von Neu-Delhi. Nach unterschiedlichen Berichten waren zwischen 35 bis 39 Menschen an Bord der Maschine, die sich auf dem Anflug auf Delhi befand. „Ich sah einen Feuerball und große, schwarze Rauchwolken“, sagte der Bauunternehmer Rao Singh. „Der Himmel war rot.“ Beobachtet wurde die Katastrophe auch von der Besatzung eines US- Frachtflugzeuges. Das Unglück ereignete sich etwa um 18.20 Uhr Ortszeit in der Nähe des Dorfes Charkhi Dadri. Bewohner der Region wurden offenbar nicht verletzt, weil die Maschinen über freiem Feld abstürzten. Singh ergänzte, Dorfbewohner in der Nähe der Unglücksstelle hätten berichtet, daß Leichen in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht worden seien. Die Polizei habe das Gebiet weiträumig abgeriegelt, und Rettungsfahrzeuge befänden sich auf dem Weg zu der Stelle.

Die Hoffnung auf Überlebende war gestern abend gering. Der Zusammenstoß erfolgte in etwa 4.500 Meter Höhe. Rettungsmannschaften mußten in der Dunkelheit nach Überlebenden suchen, ihre Behandlung wäre nur in Krankenhäusern in Delhi möglich.

Gestern abend wurde eine Untersuchung der Katastrophe angeordnet. Als Ursache für das Unglück wurde entweder ein Fehler der Flugkontrolle oder von einem der Piloten vermutet.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen