: Zwangsabrüstung der Bundeswehr mißlungen
■ Sprengkörper gegen Somalia-Einsatz
Bremen (AFP/taz) – Unbekannte Täter haben versucht, mit einem Brandanschlag auf zwei Bundeswehrlastwagen im niedersächsischen Groß-Mackenstedt gegen den Bundeswehr-Einsatz in Somalia zu protestieren. Wie die Kriminalpolizei in Syke am Freitag mitteilte, hatten sie bereits in der Nacht zum Mittwoch in die Führerhäuser der beiden auf dem Gelände einer Reparaturwerkstatt abgestellten Fahrzeuge jeweils drei selbstgebastelte Sprengkörper gelegt, die jedoch nicht zündeten.
Erst durch ein Bekennerschreiben, das auch der taz vorliegt, wurde die Polizei auf den Vorgang aufmerksam. In dem neunseitigen Brief, der einen Rundumschlag über die „Notwendigkeiten der Kapitalverwertung“ von der Wehrpflicht bis zum „staatlich verordneten Gebärzwang“ wagt, heißt es unter anderem: „Wir haben heute einen zwar bescheidenen, aber hoffentlich zeichensetzenden Beitrag zur Abrüstung der Bundeswehr geleistet, indem wir das rollende Material ein wenig dezimiert, sprich, einige Bundeswehr-LKWs auf dem Gelände der MAN-Vertretung Tiemann in Groß-Mackenstedt in Brand gesetzt haben.“ Anläßlich des ersten militärischen Einsatzes der deutschen Armee außerhalb Europas nach 1945 sei es ihnen „ein dringendes Bedürfnis“, sich zu äußern, schrieben die Täter und schloßen mit „Avanti desertanti“. Aus dem nahegelegenen Delmenhorst war Anfang der Woche eine Bundeswehr-Einheit nach Somalia verlegt worden.
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